Verkehrsregeln in Kanada: Mit dem Auto das Land erkunden

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Eine Rundreise durch Nordamerika ist für viele immer noch der Traumurlaub schlechthin. Von den USA aus mit dem Auto nach Kanada zu fahren oder mit dem großen Wohnmobil durch Kanada zu pilgern, sind dabei nur zwei der vielen Reisemöglichkeiten. Die Verkehrsregeln sollten in Kanada allerdings nicht missachtet werden. Nachfolgend findet sich ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog von Kanada am Beispiel Ontarios.

VerstoßSanktionen in CAN Dollar
Alkoholverstoß ab $ 250 **
20 km/h zu schnell $ 95
45 km/h zu schnell$ 335
mehr als 50 km/h zu schnell kein fester Betrag, wird vor Gericht entschieden
Rotlichtverstoßab $ 138
Handy am Steuer$ 368
Gurtpflicht missachtet$ 167
Parkverstoßab $ 45

(Stand: 01/2018)
*Auszug aus dem Bußgeldkatalog der Provinz Ontario,
** neue Beußgelder bei Alkoholverstößen gültig ab Juli 2018 bzw. Januar 2019
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Das Wichtigste zum Verkehr in Kanada

Die Verkehrsregeln sind in Kanada größtenteils nicht einheitlich.

Die Verkehrsregeln sind in Kanada größtenteils nicht einheitlich.

Wichtig in Bezug auf die Verkehrsregeln in Kanada ist, dass jede Provinz bzw. jedes Territorium eigene Vorschriften definiert. Das heißt in Kanada ist der Verkehr nur in einigen wichtigen Hauptpunkten allgemein geregelt, der Rest sowie auch die einzelnen Sanktionen bei Verstößen werden von den Provinzen festgelegt. So gesehen existieren in Kanada keine einheitlichen Verkehrsregeln oder ein allgemeingültiger Bußgeldkatalog. Urlauber sollten sich daher immer konkret zu den Gebieten informieren, in denen sie mit dem Auto unterwegs sind.

Bestimmte Regelungen sind dennoch im gesamten Land gültig und sollten immer befolgt werden, wenn Urlauber in Kanada mit dem Auto fahren. Eine Fahrerlaubnis muss in Kanada vorliegen, um mit einem Auto am Verkehr teilnehmen zu dürfen. Nach der Empfehlung des Auswärtigen Amtes kann ein internationaler Führerschein in Kanada sinnvoll sein. Im Allgemeinen reicht jedoch ein deutscher Führerschein in Deutschland für die üblichen dreimonatigen touristischen Aufenthalte aus.

Der Fahrzeugführer ist auch in Kanada dafür verantwortlich, dass alle Insassen im Auto angeschnallt und Kinder in entsprechenden Rückhaltevorrichtungen gesichert sind. Wird die Kindersitzpflicht in Kanada missachtet oder ein nicht zugelassener Sitz verwendet, hat das je nach Provinz verschiedene Sanktionen zur Folge. Urlauber sollten sich daher bei der Mietwagenfirma informieren und einen geeigneten Kindersitz reservieren.

Auch das Telefonieren mit dem Handy ist in der Regel im gesamten Land nur über eine Freisprechanlage erlaubt. Je nach Provinz können sich die genauen Regelungen sowie auch die Höhe der Sanktionen unterscheiden.

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Besondere Verkehrsregeln in Kanada

In Kanada wird die Geschwindigkeit in km/h angegeben.

In Kanada wird die Geschwindigkeit in km/h angegeben.

Neben den obengenannten allgemeinen Verkehrsregeln sind auch die meisten Verkehrszeichen in Kanada einheitlich gestaltet. So sind die Angaben zur Entfernung sowie zur Geschwindigkeit in Kanada in Kilometer dargestellt, was eine Umstellung bedeutet, wenn Urlauber mit dem Auto aus den USA einreisen.

Was gemäß den Verkehrsregeln in Kanada jedoch ähnlich wie in den USA geregelt wird, ist, dass auf Autobahnen auch rechts überholt werden darf. Darüber hinaus sollten Autofahrer darauf achten, dass auch tagsüber eine generelle Lichtpflicht gilt und das ganze Jahr über Abblendlicht verwendet werden muss. Ungewöhnlich für viele Reisende dürfte die Regelung bezüglich des Rechtsabbiegens bei roten Ampeln sein. Laut der Verkehrsregeln in Kanada muss ein vollständiger Stopp erfolgen, bevor abgebogen werden darf. Ist dieses Vorgehen untersagt, wird das an der Ampel durch Verkehrsschilder angezeigt. In Kanada ist dann auf „NO TURN ON RED“ zu achten. Wichtig ist hier, dass ein Rechtsabbiegen bei Rot in Québec grundsätzlich nicht gestattet ist.

Auch die Vorfahrtsregelung an gleichberechtigten Straßen kann für Nicht-Kanadier etwas verwirrend sein. Denn hier gilt: „Wer zuerst gehalten hat, darf auch zu erst wieder fahren“. Ist die Kreuzung also mit vier Stoppschildern versehen und mit dem Zeichen „4-WAY“, muss jeder anhalten. Nach der Reihe geht es dann los. Wer also als Letzter zum Stehen kam, darf auch erst als Letzter wieder losfahren.

Promillegrenze in Kanada

Ebenfalls einheitlich geregelt ist gemäß den Verkehrsregeln in Kanada die Promillegrenze. Diese gilt in allen Provinzen, einzig die jeweiligen Sanktionen, die bei Verstößen drohen, obliegen den lokalen Behörden. So kann eine Fahrt mit Alkohol am Steuer in manchen Gebieten Kanadas mit einem Gerichtstermin enden.

Ein Verstoß gegen die Promillegrenze kann in Kanada vor Gericht führen.

Ein Verstoß gegen die Promillegrenze kann in Kanada vor Gericht führen.

Grundsätzlich dürfen 0,5 Promille in Kanada nicht überschritten werden. Für Fahranfänger, die den Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen und unter 21 Jahre alt sind, gilt sogar ein striktes Alkoholverbot, also 0,0 Promille. Darüber hinaus ist es untersagt, alkoholische Getränke außerhalb der Originalverpackungen oder offene Behältnisse im Fahrzeuginnenraum mitzuführen. Diese sind im Kofferraum bzw. auf der Ladefläche zu befördern.

Kanada: Welche Geschwindigkeit ist zu beachten?

Wie bereits erwähnt, können die Provinzen ihre eigenen Verkehrsregeln in Kanada definieren. Dies ist nicht nur an den unterschiedlichen Bußgeldern zu erkennen, sondern auch beim Thema Geschwindigkeit. Ist diese nicht durch Verkehrsschilder geregelt, gelten die allgemeinen Vorgaben der jeweiligen Provinzen.

So sind innerorts üblicherweise 50 km/h als Höchstgeschwindigkeit zugelassen, allerdings kann es vor Schulen, in Wohngebieten oder im Bereich von Schulbushaltestellen je nach Region auch wesentlich weniger sein. So ist hier meist mit 30 km/h zu rechnen.

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Achtung: In Bezug auf Schulbusse gelten bestimmte Verkehrsregeln, die in Kanada immer zu beachten sind. So darf ein gelber Schulbus oder ein Bus, der als solcher gekennzeichnet ist, nicht überholt oder aus der Gegenrichtung an ihm vorbei gefahren werden, wenn die roten Stopplichter blinken. Erst wenn diese erloschen sind, ist die Weiterfahrt erlaubt. Eine Missachtung gilt in den meisten Provinzen als schweres Verkehrsdelikt.

Außerhalb geschlossener Ortschaften sind in der Regel zwischen 80 und 110 km/h als Tempolimit vorgegeben. An vielen Highways machen Verkehrsschilder darauf aufmerksam, welche Sanktionen bei einer bestimmen Geschwindigkeitsüberschreitung in Kanada bzw. der Provinz zu erwarten ist. Reisende sollten sich an die Beschilderung bezüglich der Geschwindigkeiten halten, um keinen Bußgeldbescheid zu riskieren.

Eine Toleranzgrenze gibt es in Kanada bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung nicht. Das heißt, dass oft schon ein Kilometer zu schnell geahndet wird und ein Bußgeld ansteht. Es ist daher empfehlenswert, sich immer an die Vorgaben zu halten und den Tacho immer im Auge zu haben.

Radarwarner sind in den meisten Provinzen Kanadas verboten. Nicht nur die Nutzung kann zu einer Strafe führen, auch der Besitz eines solchen Gerätes bzw. einer App sind beispielsweise in Ontario und Québec strafbar.

Verstoß gegen die Verkehrsregeln in Kanada: Muss das Bußgeld bezahlt werden?

Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog von Kanada können in Deutschland nicht vollstreckt werden.

Sanktionen gemäß dem Bußgeldkatalog von Kanada können in Deutschland nicht vollstreckt werden.

Bei einem Verstoß gegen die Verkehrsregeln kann in Kanada ein Bußgeld vor Ort bzw. bei einem Gerichtstermin eingefordert werden. Doch auch ein Bußgeldbescheid aus dem Ausland, der nach dem Urlaub im Briefkasten landet, ist möglich.

Doch muss das Bußgeld bezahlt werden? Zwischen Kanada und Deutschland besteht kein Vollstreckungsabkommen, so wie es beispielsweise in der Europäischen Union der Fall ist, daher können Geldsanktionen in Deutschland nicht eingefordert werden.

Allerdings bedeutet das nicht, dass ein Bußgeld ignoriert werden sollte. Denn ein Verstoß gegen die Verkehrsregeln in Kanada, kann eventuell bei der Wiedereinreise ein Problem darstellen. Diese kann verweigert oder erst nach Zahlung des Betrags erlaubt werden. Im Zweifel sollten Betroffene sich an einen Anwalt wenden und sich entsprechend beraten lassen.
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