Fahrsicherheitstraining: Für Senioren eine Möglichkeit wieder fit zu werden

Ein Fahrsicherheitstraining kann Senioren helfen sich sicherer im Straßenverkehr zu fühlen.

Ein Fahrsicherheitstraining kann Senioren helfen sich sicherer im Straßenverkehr zu fühlen.

Je älter Menschen werden, desto mehr Unwägbarkeiten schleichen sich im alltäglichen Leben ein. Die Konzentration schwindet, die Reaktionszeit verlängert sich und manchmal machen Augen und Ohren auch nicht so richtig mit. Der Körper ist einfach nicht mehr so leistungsfähig wie es viele gewohnt sind, sich diesen neuen Gegebenheiten anzupassen, fällt daher meist schwer. Im Straßenverkehr kann das dann durchaus gefährlich werden. Ein Fahrsicherheitstraining speziell für Senioren kann entstehenden Unsicherheiten entgegenwirken.

Nicht nur das Älterwerden an sich, kann zu Schwierigkeiten führen. Auch die vielen neuen technischen Entwicklungen und das steigende Verkehrsaufkommen können sich für ältere Autofahrer trotz jahrelanger Erfahrung als Hürden erweisen. Ein Fahrtraining für Senioren kann hier Wege aufzeigen, um Unsicherheiten abzubauen und vorausschauender unterwegs zu sein. Was ein solches Training beinhaltet und wie es aufgebaut ist, betrachtet der nachfolgende Ratgeber.

Spezielles Fahrtsicherheitstraining für Senioren: Wer bietet es an?

Bei einem Fahrsicherheitstraining für Senioren handelt es sich eigentlich um ein klassisches Fahrtraining mit den bekannten Übungen wie Kurvenfahrten, Bremsen, Ausweichen und Fahren auf verschiedenen Untergründen. Die Kurse finden in einem sogenannten Fahrsicherheitszentrum statt und dürfen, wie alle anderen dieser Art, nur von zertifizierten Anbietern und Trainern durchgeführt werden.

Veranstalter sind hier in der Regel die Autoclubs, TÜV, DEKRA, die Verkehrswachten sowie private Anbieter bzw. Fahrschulen. Auch einige Autohersteller bieten für Senioren ein spezielles Fahrtraining an. Oftmals werden diese Trainings direkt als Seniorenkurse oder als 60+-Angebote bezeichnet, sodass Interessierte diese leichter erkennen können.

Wie alle Kurse besteht ein Fahrsicherheitstraining für Senioren aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, die dann im Ablauf jedoch auf die Bedürfnisse und Ängste älterer Autofahrer eingehen und an diese angepasst sind. So können Teilnehmer beispielsweise den theoretischen Teil dazu nutzen, sich über die neusten verkehrsrechtlichen Änderungen und Entwicklungen zu informieren. In der Regel sind die Trainer und Kursleiter auch besonders geschult, sodass sie auf die Fragen der älteren Teilnehmer eingehen und deren Verhalten im Straßenverkehr besser einschätzen können.

Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining für Senioren

Ein Fahrtraining kann Senioren die neusten Entwicklungen und Änderungen vermitteln.

Ein Fahrtraining kann Senioren die neusten Entwicklungen und Änderungen vermitteln.

Senioren, die ein Fahrsicherheitstraining absolvieren möchten, müssen bei den meisten Anbietern einen Führerschein besitzen. Üblicherweise werden die Kurse auch mit dem eigenen Fahrzeug durchlaufen, sodass die Fahrerlaubnis für dieses vorhanden sein muss. Ist kein eigenes Auto vorhanden, bieten einige Veranstalter an, dass Fahrzeuge für die Dauer der Kurse ausgeliehen werden können.

Meist ist die Teilnehmerzahl beschränkt, sodass es sich um kleine Teilnehmergruppen von maximal 12 Fahrern handelt. Termine werden üblicherweise von den Veranstaltern vorgegeben und werden von den Teilnehmern bei der Buchung ausgewählt. Die Trainings finden meist ganzjährig statt, sind jedoch von den Witterungsbedingungen abhängig und können bei zu extremen Verhältnissen auch abgesagt werden.

Da die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining für Senioren freiwillig ist, bedeutet das auch, dass Teilnehmer die Kosten selbst tragen müssen. Allerdings bieten Autoclubs für Mitglieder meist Rabatte an, wenn die Kurse über diese Veranstalter gebucht werden. Darüber hinaus kann es gut möglich sein, dass Versicherungen ihren Kunden Vergünstigungen anbieten, wenn sie solch ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Für Senioren kann das dann durchaus niedrigere Versicherungsbeiträge bedeuten.

Aufbau und Ablauf eines Trainings

Wie beschrieben, besteht ein Fahrsicherheitstraining für Senioren, ebenso wie alle anderen Trainings dieser Art, aus Theorie und Praxis. Durchschnittlich sind die Kurse für Senioren jedoch etwas kürzer angelegt als die Basiskurse und dauern üblicherweise etwa 5 Stunden. Eine 45-minütige Pause ist hier enthalten.

In der theoretischen Einführung stehen neben den verkehrsrechtlichen Aspekten auch Punkte wie die Fahrphysik, Fahrzeugtechnik und das eigenen Fahrverhalten. In diesem Zusammenhang können Teilnehmer dann ihre Ängste und Unsicherheiten darlegen. Die Kursleiter und Trainer können diese dann thematisieren und Vorschläge für den Abbau dieser und eventuell für ein verändertes Fahrverhalten machen.

Insbesondere die neue Technik der Fahrzeuge wird in den Mittelpunkt gestellt, sodass die Senioren sich mit diesen intensiver auseinandersetzen können. So bietet ein Fahrsicherheitstraining speziell für Senioren eine Möglichkeit, den Einfluss der Fahrzeugtechnik auf das Fahrverhalten besser kennenzulernen und zu verstehen. Auch die richtige Anwendung der vorhandenen Technik, wie zum Beispiel Fahrassistenzsysteme, wird im theoretischen Teil in den Vordergrund gestellt. Auf die Theorie folgen dann die fahrpraktischen Übungen, die den Teilenhmern dann das Vermittelte und ihr eigenes Fahrverhalten vor Augen führt.

Was gehört zum praktischen Teil vom Training?

Für Senioren ist das Fahrsicherheitstraining an ihre Bedürfnisse und Ängste angepasst.

Für Senioren ist das Fahrsicherheitstraining an ihre Bedürfnisse und Ängste angepasst.

Der Ablauf der fahrpraktischen Übungen kann sich je nach Veranstalter unterscheiden und ist oftmals auch davon abhängig, was sich die Teilnehmer vom Kurs erhoffen. Ein Fahrsicherheitstraining speziell für Senioren ist, wie erwähnt, auf die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer angepasst, sodass der Ablauf sich nach diesen richten kann.

In diesem Zusammenhang können Trainer während der Übungen auch Pausen einlegen oder Teilnehmern Tipps zum Umbau des Fahrzeugs geben. Ein Umbau kann durchaus sinnvoll sein, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und ältere Fahrer bei der aktiven Teilnahme am Verkehr zu unterstützen.

Das eigene Auto bedeutet auch im Alter Unabhängigkeit und die Möglichkeit, aktiv am sozialen Leben teilnehmen zu können. Daher ist es umso wichtiger auf die bestehenden Unsicherheiten während der praktischen Übungen einzugehen. Auch die Vorkenntnisse sowie das verwendete Fahrzeug können den Ablauf des Trainings beeinflussen. Üblicherweise wird ein Fahrsicherheitstraining für Senioren mit dem PKW absolviert, allerdings gibt es Kurse für ältere Motorrad-Fahrer.

Grundsätzlich beinhaltet ein Fahrtraining jedoch die gleichen praktischen Übungen. Hier gibt aus bei den jeweiligen Anbietern keine größeren Unterschiede, da die Trainingsinhalte durch die Vorgaben des Deutschen Verkehrsrates festgeschrieben sind.

Die praktischen Übungen

Die im Folgenden beschriebenen Übungen sind in der Regel immer Bestandteil eines Fahrsicherheitstrainings. In der Regel werden zu Beginn des praktischen Teils Einführungsfahrten über das Gelände unternommen. Die Senioren sollen die Strecke kennenlernen und zugleich auch die Grenzen ihres Fahrzeugs und ihrer eigenen Fähigkeiten erfahren.

Ein Senioren-Fahrtraining setzt isch aus Theorie und Praxis zusammen.

Ein Senioren-Fahrtraining setzt isch aus Theorie und Praxis zusammen.

Zu den eigentlichen Übungen gehören bei einem Fahrsicherheitstraining für Senioren Kurvenfahrten, um die Fliehkräfte und das Verhalten des Fahrzeugs kennenzulernen. Slalomfahrten dienen dann dazu, die Lenktechnik zu üben sowie für eine Blickschulung. Das richtige Bremsen und das Austesten von verschiedenen Geschwindigkeiten auf unterschiedlichen Untergründen, sollen ebenfalls für das Verhalten des Fahrzeugs in diesen Situationen sensibilisieren.

Des Weiteren stehen Übungen zum Abfangen und Stabilisieren eines schleudernden Fahrzeugs sowie das Ausweichen vor Hindernissen auf dem Trainingsplan. Alle Fahrten und Übungen haben zum Ziel, den Senioren ihr Fahrzeug und ihr eigenes Verhalten näher zu bringen und so Unsicherheiten abzubauen.

Fühlen sich Autofahrer in ihrem Handeln sicher und agieren sie vorausschauend, kann das eine Menge zur Verhinderung von Unfällen beitragen. Daher ist dies auch Thema in der Nachbesprechung, welche nach einem Fahrsicherheitstraining mit den Senioren und den Trainern stattfindet. Hier können sich die Teilnehmer dann untereinander austauschen und eventuelle Probleme mit dem Kursleitern erläutern.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (42 Bewertungen, Durchschnitt: 4,79 von 5)
Loading...
{ 0 Kommentare… add one }

Neuen Kommentar verfassen

[x] Schließen
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.