Fahrsicherheitstraining für Frauen: Mehr Sicherheit durch Übung

Ein speziell ausgelegtes Fahrsicherheitstraining für Frauen kann helfen, Unsicherheit anzugehen.

Ein speziell ausgelegtes Fahrsicherheitstraining für Frauen kann helfen, Unsicherheit anzugehen.

Ob mit dem Auto oder auf dem Motorrad, Vorurteile in Bezug auf geschlechterspezifische Fahrweisen wird es wohl immer geben. Meist sind es Frauen, die Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es darum geht sicherer und umsichtiger unterwegs zu sein. Ein Fahrsicherheitstraining speziell für Frauen ist an eben jene Gruppe von Autofahrerin gerichtet, die ihr Fahrzeug besser unter Kontrolle haben möchten und in bestimmten Situationen vorbereitet sein wollen.

Worin sich ein Fahrtraining für Frauen von den klassischen Kursen unterscheidet, auf welche Bedürfnisse bei den Übungen besonders eingegangen wird und welche Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllt sein müssen, betrachtet der folgende Ratgeber näher.

PKW oder Motorrad: Ein Fahrsicherheitstraining für Frauen hat viele Gründe

Auch mit einem Motorrad kann ein Fahrsicherheitstraining speziell für Frauen absolviert werden.

Auch mit einem Motorrad kann ein Fahrsicherheitstraining speziell für Frauen absolviert werden.

Warum sich Frauen für einen Kurs, der sich speziell an sie richtet, entscheiden, kann unterschiedliche Gründe haben. Neben dem Wunsch, besser mit dem Fahrzeug in bestimmten Situationen umgehen zu können, ist oft auch die besondere Ausrichtung der Kurse ein wichtiger Punkt. Manchmal ist es entscheidend, ob Frauen die Möglichkeiten haben, bestehende Unsicherheiten in Bezug auf das Autofahren ohne männliche Teilnehmer abzubauen.

Bei einem Fahrsicherheitstraining auf dem Motorrad ist für Frauen beispielsweise auch wichtig, dass ihnen der richtige Umgang mit dem Gewicht der Maschine vermittelt wird. Dies in einem Umfeld zu tun, in dem sie Gleichgesinnte antreffen, empfinden viele als angenehmer. Sinnvoll ist ein solcher Kurs dann, wenn sich Frauen im Straßenverkehr generell unsicher fühlen und nicht genau wissen, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten sollen oder wie sie solche gut vermeiden können. Fühlen sich Teilnehmerinnen in reinen Frauengruppen wohler, sind diese speziell ausgelegten Trainings eine gute Möglichkeit, diese Unsicherheiten abzubauen.

In der Zusammensetzung und den Voraussetzungen zur Teilnahme unterscheidet sich ein Fahrsicherheitstraining für Frauen nicht von einem klassischen Kurs. Allerdings sind die Kursleiter darauf geschult, auf die Unsicherheiten von Frauen im Umgang mit dem Fahrzeug und der Technik besonders einzugehen. So kann bei den Übungen beispielsweise das Augenmerk auf das Fahren unter Stress und dem Umgang damit gelegt werden oder das Einschätzen anderer Verkehrsteilnehmer im Vordergrund stehen.

Voraussetzungen für die Teilnahme am Fahrsicherheitstraining für Frauen

Fahrtrainings werden in Deutschland nur durch zertifizierte Anbieter in sogenannten Fahrsicherheitszentren angeboten und durchgeführt. Auch die Trainer müssen vom Deutschen Verkehrsrat (DVR) eine Bescheinigung aufweisen, um die Kurse durchführen zu dürfen. Anbieter wie die Autoclubs, TÜV, DEKRA, bestimmte Fahrschulen oder auch Autohersteller bieten entweder Kurse auf dem eigenen Trainingsgelände an oder mieten ein solches für die Übungen.

Für die Teilnahme an einem Fahrtraining für Frauen ist in der Regel ein gültiger Führerschein notwendig.

Für die Teilnahme an einem Fahrtraining für Frauen ist in der Regel ein gültiger Führerschein notwendig.

In der Regel müssen die Teilnehmerinnen 18 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein besitzen. Ob das Fahren mit 17 und Begleitung erlaubt ist, sollten Interessierte mit dem jeweiligen Anbieter abklären. Eventuell können hier weitere Kosten für die Begleitperson entstehen. Ebenfalls abklären sollten Teilnehmerinnen, ob sie die Übungen mit dem eigenen Fahrzeug absolvieren oder ob das Ausleihen eines Autos oder Motorrads möglich ist.

Die Gruppengröße liegt üblicherweise zwischen acht und zwölf Teilnehmerinnen. Die Dauer kann sich je nach Anbieter unterscheiden, wird jedoch bei durchschnittlich vier bis acht Stunden angesetzt. Auch die Kosten variieren nach Anbieter und Region. Sie sind meist zwischen 110 und 180 Euro angesiedelt.

Was beinhaltet ein Fahrsicherheitstraining für Frauen?

Wie erwähnt, unterscheidet sich ein Fahrsicherheitstraining für Frauen inhaltlich nicht von einem klassischen Fahrtraining, das auf alle privaten Kraftfahrer ausgerichtet ist. Sowohl Fahranfängerinnen als auch Frauen mit viel Fahrerfahrung oder solche, die nach einer Pause wieder einsteigen möchten, können an den Kursen teilnehmen, denn in der Regel richtet sich der Trainer nach den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmerinnen. Dennoch sind die Inhalte und Abläufe vorgegeben, sodass sich auch ein Fahrsicherheitstraining für Frauen in einen theoretischen und einen praktischen Teil gliedert.

In der Theorie stehen neben den neuesten verkehrsrechtlichen Entwicklungen auch Punkte wie Fahrzeugtechnik und Fahrphysik im Mittelpunkt. Zudem besprechen die Trainer auch die jeweiligen Wünsche, Bedürfnisse und Gründe für die Teilnahme mit den Frauen in der Gruppe. So soll eine Zielsetzung erstellt werden, die den Teilnehmerinnen bestmöglich helfen kann, ihre Unsicherheiten abzulegen.

Auch ein Fahrsicherheitstraining für Frauen ist in Theorie und Praxis unterteilt.

Auch ein Fahrsicherheitstraining für Frauen ist in Theorie und Praxis unterteilt.

Ebenfalls Teil der Theorie sind Sicherheitsaspekte wie das richtige Einstellen des Spiegels und des Sitzes sowie das korrekte Beladen des Fahrzeugs. Handelt es sich um einen Kurs mit dem Motorrad wird der richtige Körpereinsatz für die Beherrschung der Maschine auch im theoretischen Teil besprochen.

In den fahrpraktischen Übungen steht dann der Umgang mit dem Fahrzeug in bestimmten Situationen im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen sind in der Regel über ein Funkgerät mit dem Trainer verbunden, sodass dieser sie in den jeweiligen Situationen führen und wichtige Anweisungen direkt vermitteln kann.

Fahrpraktische Übungen im Fahrsicherheitstraining für Frauen

Ziel eines jeden Fahrtrainings ist es, eine vorausschauende und sichere Fahrweise zu ermöglichen. Die fahrpraktischen Übungen sind daher so ausgelegt, dass sie Gefahrensituationen simulieren. So soll Fahrern aufgezeigt werden, wie sie sich selbst und wie sich ihr Fahrzeug in diesen Situationen verhalten. Die Kursleiter können dann individuell aufzeigen, welche Verhaltensweisen zu welchem Ergebnis führen und was im Straßenverkehr zu berücksichtigen ist.

Zu den Übungen in einem Fahrsicherheitstraining, ob für Frauen oder andere Teilnehmer, gehören unter anderem das Rangieren, Wenden und Einparken sowie Kurvenfahren oder beim Motorrad das Schräglagentraining. Im Vordergrund steht immer wie sich das Fahrzeug gut beherrschen lässt ohne sich oder andere zu gefährden. Das Fahren und Bremsen auf verschiedenen Untergründen soll für bestimmte Witterungsbedingungen sensibilisieren. Zudem wird hier auch das Verhalten des Fahrzeugs bei verschiedenen Geschwindigkeiten erfahren, was auch bei den Übungen zum Abfangen und zum Ausweichen eine wichtige Rolle spielt.

Weitere Bestandteile von einem Fahrtraining für Frauen

Im Fahrtraining für Frauen wird oft auch auf Stresssituationen eingegangen.

Im Fahrtraining für Frauen wird oft auch auf Stresssituationen eingegangen.

Während der Übungen in einem Fahrsicherheitstraining können die Frauen auch die vorhandene Fahrzeugtechnik unter Anleitung testen bzw. anwenden und so erfahren was diese bewirkt oder auslöst. Oftmals ist es im Alltag kaum möglich, die technische Ausstattung des Fahrzeugs tatsächlich zu testen oder deren Wirkung genau zu erfahren.

Meist gehört es zu den praktischen Übungen, dass einige Fahrten mit Passagieren ausgeführt werden, um so zu lernen, wie am besten mit Ablenkungen im Fahrzeug umzugehen ist. Bei einem Training mit dem Motorrad können dann auch weitere Hinweise zum Umgang mit dem Gewicht der Maschine erfolgen.

Darüber hinaus bieten einige Kurse auch spezielle Übungen zum richtigen Einbau von Kindersitzen an, so dass Frauen, wenn gewünscht, auch erfahren können, was falsch gesicherte Kinder auf dem Rücksitz bedeuten.

Nach den praktischen Übungen ist in der Regel eine Nachbesprechung angesetzt. In dieser können die Teilnehmerinnen von einem Fahrsicherheitstraining für Frauen ihre Erfahrungen untereinander austauschen und dies mit dem Trainer besprechen.
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