Der Motorradführerschein: Die Klasse A und ihre Möglichkeiten

Wer fürs Motorrad den Führerschein machen möchte, muss die praktische Prüfung bestehen. Mindestalter: 24  Jahre.
Wer fürs Motorrad den Führerschein machen möchte, muss die praktische Prüfung bestehen. Mindestalter: 24 Jahre.

Der unbegrenzte Motorradführerschein berechtigt zum Fahren aller offenen Motorräder, Trikes und Quads. Er st also das Kronjuwel unter den Führerscheinen für Motorräder und schließt das Stufensystem der Klasse A ab. Bei geringerem Mindestalter und abgespeckter Ausbildung können zuvor die Klassen AM, A1 und A2 erworben werden.

Welche Voraussetzungen zur Ausbildung für den Führerschein der Klasse A gegeben sein müssen, was ein Motorradführerschein kosten kann und ob es möglich ist, den Führerschein von A1 auf A zu erweitern, beleuchten wir in diesem Ratgeber.

Was ist ein Führerschein der Klasse A?

Die Führerscheinklasse A ist die höchste Stufe auf dem Podest der Führerscheine für Krafträder . Sie baut auf den Klassen A1 und A2 auf, welche jeweils gewissen Einschränkungen unterworfen sind. Hier finden Sie eine Übersicht zu allen Führerscheinklassen.

Um den Führerschein “A2” auf Klasse A aufzuwerten, sind nach zweijährigem Besitz des ersteren lediglich eine abgespeckte Theorieausbildung und eine praktische Prüfung zu absolvieren.

Die Klasse A1 jedoch berechtigt lediglich zur beschleunigten Erlangung der Klasse A2. Erst im Nachgang kann die praktische Prüfung für die Fahrerlaubnis der Klasse A absolviert werden. Voraussetzungslos ist die Anmeldung für den Motorradführerschein mit 24 Jahren möglich.

Welche Maschinen dürfen mit einem A-Führerschein gefahren werden?

Paragraph Sechs der Fahrerlaubnis-Verordnung (Fev) legt fest, dass folgende Motorräder und Fahrzeuge mit dem Klasse-A-Führerschein gefahren werden dürfen:

Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum von mehr als 50 cm3 oder mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h und

dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 kW und dreirädrige Kraftfahrzeuge mit symmetrisch angeordneten Rädern und einem Hubraum von mehr als 50 cm3 bei Verbrennungsmotoren oder einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h und mit einer Leistung von mehr als 15 kW.

Es sind also sämtliche Motorräder der unteren Klassen AM, A1 und A2 enthalten und Maschinen, deren Leistung darüber hinaus geht. Das einzige, was den Führerschein der Klasse A beschränkt, sind nunmehr die Festlegungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Voraussetzungen und Führerscheintest für Klasse A

Führerschein der Klasse A: Die Kosten sind hoch, beinhalten jedoch alle unteren Klassen.
Führerschein der Klasse A: Die Kosten sind zwar hoch, doch er beinhaltet dafür alle unteren Klassen.

Voraussetzungslos kann jeder mit 24 Jahren den Führerschein der Klasse A erwerben. Mit 20 Jahren kann den beschränkungslosen Führerschein fürs Motorrad erhalten, wer seit zwei Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse A2 mit sich führt.

Die zu absolvierdenen Unterrichtstunden und anschließenden Prüfungen bemessen sich nach dem nachgewiesenen Kenntnisstand des Prüflings.

Der Theorieunterricht für die Fahrerlaubnis der Klasse A setzt sich aus 12 90-minütigen Einheiten zusammen. Hinzu kommen 4 Einheiten, in denen Spezialwissen vermittelt wird. Haben Sie den A2-Führerschein bereits inne, fallen insgesamt lediglich 10 Einheiten an, da sich der Grundstoff halbiert.

Die Theorieprüfung der Klasse A beläuft sich auf 30 Fragen, die in Multiple-Choice-Manier beantwortet werden. Hier sind höchstens 10 Fehlerpunkte erlaubt. Bei der Erweiterung von A2 zum Motorradführerschein A gilt es, 20 Fragen mit mit weniger als sieben Fehlerpunkten zu beantworten.

Für den Führerschein der Klasse A sind gewisse Sonderfahrten zu absolvieren, die in die Praxis auf einer leistungsstarken Maschine einführen sollen. Diese sind:

  • 5 Einheiten Überland
  • 4 Einheiten Autobahn
  • 3 Einheiten bei Dunkelheit

Eine Einheit beträgt 45 Minuten.

Die praktische Ausbildung durch die Fahrschule (nicht die praktische Prüfung) entfällt, wenn bereits ein A2-Führerschein vorliegt. Allerdings kann der Fahrlehrer entscheiden, dass er trotz Vorbesitz einige Fahrstunden für notwendig hält, bevor er den Prüfling für die Prüfung zulässt. Dann muss der Anwärter auf dem Motorradführerschein einige Strecken auf einem leistungsstarken Motorrad fahren, wobei der Fahrlehrer mit einem Auto hinterher fährt.

Für den Motorradführerschein müssen Sie in der Fahrschule eine theoretische und eine Praktische  Prüfung bestehen. Ein Sehtest ist ebenfalls abzulegen.
Für den Motorradführerschein müssen Sie in der Fahrschule eine theoretische und eine Praktische Prüfung bestehen. Ein Sehtest ist ebenfalls abzulegen.

Was wird das kosten? Ein Motorradführerschein ist nicht billig

Da der uneingeschränkte Motorradführerschein besondere Theoriestunden voraussetzt, sind die Kosten für den Führerschein der Klasse A relativ hoch. Rechnen Sie mit bis zu 1.700 Euro. Gebühren für den Erste-Hilfe-Kurs, Passbild und Sehtest sind mit einberechnet.

Die Preise für die Ausbildung auf dem Motorrad können von Stadt zu Stadt und von Fahrschule zu Fahrschule variieren. Wesentlich günstiger wird es jedoch erst, wenn bereits ein A2-Führerschein vorliegt, da dann ein Großteil der Ausbildung entfällt.

FAQ: Motorradführerschein

Welche Fahrzeuge dürfen mit der Führerscheinklasse A gefahren werden?

Welche Kfz Sie mit einem A-Führerschein fahren dürfen, erfahren Sie hier.

Wie sehen die Voraussetzungen zum Erwerb eines Motorradführerscheins aus?

Informationen zu den Voraussetzungen, die ein Motorradführerschein mit sich bringt, erhalten Sie hier.

Was kann ein Motorradführerschein kosten?

Die Kosten für einen Führerschein der Klasse A können bei bis zu 1.700 Euro liegen. Es empfiehlt sich jedoch, die Angebote verschiedener Fahrschulen zu vergleichen.

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