Schmerzensgeld bei Tinnitus: Gibt es Geld für Ohrgeräusche?

Besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei einem Tinnitus?

Besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei einem Tinnitus?

An eine laute Party mit wummernden Boxen und sattem Bass erinnern sich Clubgänger gerne zurück. Auf die Sprünge hilft hier oftmals auch der schrille Piepton in den Ohren am nächsten Tag. Zumeist klingt dieser aber nach wenigen Stunden wieder ab und es herrscht Ruhe.

Schlechter trifft es diejenigen, die sich dauerhaft mit einem Tinnitus abfinden müssen. Die Geräusche können Patienten im schlimmsten Fall sogar ernsthaft psychisch belasten. Grund für einen Tinnitus muss dabei nicht unbedingt immer laute Musik sein.

Auch ein Unfall oder massive Stresssituationen können zu bleibenden Hörschäden führen. Doch gibt es für einen Tinnitus Schmerzensgeld? Im Folgenden klären wir Sie über diese und weitere Fragen rund um das Thema „Schmerzensgeld bei Tinnitus“ auf.

Schmerzensgeld: Führt ein Tinnitus nach einem Autounfall zu Ansprüchen?

Bevor wir uns einer eventuellen Anspruchshöhe widmen, soll vorab die Frage geklärt werden, ob ein derartiger Anspruch überhaupt besteht. Diesbezüglich hilft ein Blick in die Vorschriften des § 253 Absatz 2 sowie des § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (kurz: BGB).

Danach kann, vereinfacht dargestellt, derjenige, der aufgrund einer vorsätzlichen oder auch fahrlässigen Handlung eines anderen ein körperliches Leid erfährt, von diesem ein entsprechendes Schmerzensgeld verlangen. Ein Tinnitus ist ein derartiges Körperleiden, sodass die Frage, ob Ansprüche dahingehend bestehen, grundsätzlich mit „Ja“ beantwortet werden kann.

Beim Schmerzensgeld handelt es sich um einen sogenannten immateriellen Schaden.

Voraussetzung ist dabei mitunter, dass die Handlung des Dritten auch ursächlich für den körperlichen Schaden sein muss. Im Zweifel muss nachgewiesen werden, dass dies der Fall ist. Häufig treten die störenden Ohrgeräusche aufgrund von Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule auf. Eine ärztliche Begutachtung kann hier sinnvoll sein.

Schmerzensgeldtabelle bei Tinnitus: Wie hoch ist der Anspruch?

Schmerzensgeld: Ein Tinnitus nach einem Verkehrsunfall kann Ansprüche begründen.

Schmerzensgeld: Ein Tinnitus nach einem Verkehrsunfall kann Ansprüche begründen.

Von Belang ist für Tinnitus-Erkrankte selbstredend die Frage, in welcher Höhe sie ein Schmerzensgeld verlangen können. Tinnitus ist nicht gleich Tinnitus, was die Beantwortung dieser Frage keineswegs in pauschaler und allgemeingültiger Art ermöglicht. Relevant ist hierbei, wie bei jeder körperlichen Verletzung, die zu Ersatzansprüchen führen soll auch, in welcher Intensität diese vorliegt.

Zudem spielt auch die Dauer des Leidens und der Umfang einer darauf gerichteten Behandlung eine Rolle. In die Berechnungen der Schmerzensgeldhöhe fließen außerdem die Umstände der Verletzungshandlung, die wirtschaftliche Situation des Schädigers sowie dessen Verhalten im Nachgang zum schädigenden Vorfall mit ein. Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Ihren Fall für Sie einschätzen.

Folgender Tabelle können Sie Beispiele gerichtlicher Urteile zum Schmerzensgeld bei Tinnitus entnehmen:


Verletzung Schmer­zens­geld bei Tin­ni­tus Ge­richt, Jahr, Az.
Einseitiger Tinnitus 3.750 € AG Pforz­heim, 2008, 9 C 107/08
Einfache HWS-Distor­sion nebst Tin­nitus 7.500 € OLG Bre­men, 2001, 3 U 101(00)
Tinnitus ohne Begleit­erschei­nungen4.500 € LG Mün­chen, 2002, 7240/02
Mittel­schwerer Tinnitus nebst Prel­lungen 12.000 €OLG Naum­burg, 2013, 1 U 97/12
Tinnitus (beid­seitig) nebst HWS-Syndrom4.000 €LG Frank­furt (O­der), 2006, 2 – 10 O 422/03

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (50 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...
{ 0 Kommentare… add one }

Neuen Kommentar verfassen

[x] Schließen
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.