Zwangsabmeldung beim Kfz: Gründe, Kosten und Ablauf des Vorgangs

Wann droht die Zwangsabmeldung bei einem Kfz?
Wann droht die Zwangsabmeldung bei einem Kfz?

Damit ein Kfz in Deutschland am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen darf, muss dieses über eine gültige Zulassung verfügen. Der Fortbestand der Zulassung ist allerdings an verschiedene Bedingungen geknüpft. Hierbei handelt es sich unter anderem um einen bestehenden Versicherungsschutz, die fristgerechte Zahlung der Kfz-Steuer sowie die Verkehrstauglichkeit des Fahrzeugs. Werden die Kriterien nicht mehr erfüllt, kann die Zwangsabmeldung des Kfz die Folge sein.

Doch welche Konsequenzen hat die Zwangsstilllegung bei einem Auto? Wie lange dauert eine Zwangsabmeldung beim Kfz? Wann sehen sich die Behörden zu einem solchen Schritt gezwungen? Was droht, wenn Sie den Pkw trotz Zwangsabmeldung im öffentlichen Straßenverkehr nutzen? Und entstehen mit der Zwangsstilllegung beim Kfz Kosten? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Kfz-Zwangsabmeldung

Was bedeutet die Zwangsabmeldung beim Pkw?

Führen die Ordnungsbehörden bei einem Auto die Zwangsabmeldung oder -stilllegung durch, darf das entsprechende Fahrzeug nicht mehr genutzt werden. Aus diesem Grund wird das Kennzeichen entsiegelt und der Fahrzeugschein eingezogen.

Welche Gründe können zur Zwangsabmeldung von Kfz führen?

Eine Zwangsabmeldung droht zum Beispiel, wenn Sie die Kfz-Steuer nicht entrichten oder die Betriebserlaubnis erlischt. Zudem kann eine Zwangsstilllegung durch die Kfz-Versicherung in die Wege geleitet werden, wenn Sie die Versicherungsbeiträge nicht bezahlen.

Was kann ich tun, wenn ein Autokäufer das Fahrzeug nicht abgemeldet hat?

In diesem Fall kann man ein Auto ggf. zwangsabmelden. Wenden Sie sich dafür an die Zulassungsstelle am Wohnort des Käufers und beantragen Sie dort die Zwangsstilllegung des Pkw. Dafür reicht mitunter der Kaufvertrag aus, sodass eine Zwangsabmeldung beim Kfz ohne die Papiere möglich ist.

Was passiert bei einer Zwangsabmeldung mit dem Auto?

Wie lange dauert es bis zur Zwangsstilllegung?
Wie lange dauert es bis zur Zwangsstilllegung?

Damit Ordnungsbehörden die Zwangsabmeldung für ein Kfz in die Wege leiten können, müssen triftige Gründe bzw. Mängel vorliegen. Möglich ist dies zum Beispiel, wenn der Fahrzeughalter die Kfz-Steuer nicht bezahlt. Unter § 14 Abs. 1 Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) heißt es dazu:

Ist die Steuer nicht entrichtet worden, hat die Zulassungsbehörde auf Antrag der für die Ausübung der Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer zuständigen Behörde die Zulassungsbescheinigung Teil I einzuziehen, etwa ausgestellte Anhängerverzeichnisse zu berichtigen und das amtliche Kennzeichen zu entstempeln (Außerbetriebsetzung von Amts wegen).

Neben Versäumnissen bei der Kfz-Steuer kann bei einem Pkw die Zwangsabmeldung zudem drohen, wenn Halter die Hauptuntersuchung nicht fristgerecht durchführen lassen. Im Zuge einer Verkehrskontrolle können die Beamten der Polizei auch eine mangelnde Verkehrstauglichkeit feststellen, die zu einem Verlust der Betriebserlaubnis führt und ebenfalls in einer Zwangsstilllegung resultiert. Ebenso kann eine Zwangsabmeldung durch die Kfz-Versicherung beantragt werden, wenn Sie die Beiträge für die Versicherung nicht bezahlen und dadurch der Versicherungsschutz erlischt.

Erfahren die Ordnungsbehörden von entsprechenden Missständen oder Mängeln am Fahrzeug, versenden diese einen Aufforderung zur Beseitigung bzw. eine Mahnung für die Zahlung der ausstehenden Beträge. Dabei variiert die vorgegebene Frist je nach Grund. Fehlt der gesetzlich vorgeschriebene Versicherungsschutz, ist die Zwangsabmeldung vom Kfz bereits innerhalb von drei Tagen möglich. Kommen Halter der Aufforderung nicht nach, wird diesen eine sogenannte Ordnungsverfügung zugestellt und die Zwangsstilllegung veranlasst.

Im Zuge dessen entsiegeln die zuständigen Beamten die Nummernschilder und ziehen den Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I ein.

Fahren Sie trotz Zwangsabmeldung mit dem Kfz, kann dies weitreichende Konsequenzen haben. Beim Fahren ohne Zulassung handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich zieht. Zudem kann ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vorliegen. Hierbei handelt es sich um eine Straftat, für die eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten oder eine Geldstrafe droht.

Können Privatpersonen eine Zwangsstilllegung beantragen?

Meldet der Käufer das Fahrzeug nicht um, können Verkäufer die Zwangsstilllegung beantragen.
Meldet der Käufer das Fahrzeug nicht um, können Verkäufer die Zwangsstilllegung beantragen.

Bei einem privaten Autoverkauf ist das Kfz in der Regel noch angemeldet, denn nur so ist relativ unkompliziert eine Probefahrt möglich. Kommt der Handel zustande, versichert der Käufer üblicherweise eine schnelle Ummeldung des Fahrzeugs. Denn nur so lässt sich gewährleisten, dass die richtige Person für die Kfz-Steuer und mögliche Bußgelder aufkommt.

Allerdings gibt es immer wieder Fälle, in denen eine zeitige Ummeldung nicht erfolgt. Für die ehemaligen Halter ist dieser Umstand in der Regel unerfreulich, denn sie müssen bei jedem Bußgeldbescheid Einspruch einlegen und nachweisen, dass sie nicht länger Eigentümer des Fahrzeugs sind.

Um etwaige Probleme zu vermeiden, besteht grundsätzlich die Möglichkeit eine Zwangsstilllegung nach dem Kfz-Verkauf zu beantragen. Dafür muss sich der ehemalige Besitzer an die Zulassungsstelle wenden, die für den Wohnort des Käufers zuständig ist. Mithilfe des Kaufvertrages und ggf. auch Unterlagen, die belegen, dass Sie eine zeitnahe Umschreibung angestrebt haben, kann dann eine Zwangsabmeldung des Kfz erfolgen. Die Fahrzeugpapiere benötigen Sie dafür nicht. 

Was kann eine Kfz-Zwangsstilllegung kosten?

Führen die Ordnungsbehörden bei einem Kfz die Zwangsabmeldung durch, entstehen Kosten. Diese können sich auf eine Summe von bis zu 300 Euro belaufen. Damit sind die Ausgaben deutlich höher als bei einer regulären Abmeldung durch den Fahrzeughalter, die meist mit 5 bis 20 Euro zu Buche schlägt. Wollen Sie die hohen Kosten für die Zwangsstilllegung eines Kfz vermeiden, kann es daher sinnvoll sein, dieses vorher selbst abzumelden und nach Behebung der Mängel erneut anzumelden.

Quellen und weiterführende Links

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Zwangsabmeldung beim Kfz: Gründe, Kosten und Ablauf des Vorgangs
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