Auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad unterweg: Verboten oder erlaubt?

Darf man mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße fahren?

Darf man mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße fahren?

Besonders im Sommer sind vermehrt Radfahrer auf den Straßen anzutreffen. Dies gilt nicht nur in der Stadt, sondern auch außerhalb von Ortschaften. Fahren sie dabei mit ihrem Fahrrad auf der Straße, stellen sie häufig ein Ärgernis für Autofahrer dar – besonders wenn ein Überholen aufgrund kurviger oder unübersichtlicher Streckenführung nicht möglich ist.

Doch handelt der Radfahrer ordnungswidrig, wenn er auf einer Bundesstraße mit dem Fahrrad fährt? Und was ist, wenn neben der Straße ein Radweg vorhanden ist? Ist der Fahrradfahrer verpflichtet, diesen zu benutzen? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles zum Radfahren auf Bundesstraßen.

Wann ist das Fahrradfahren auf der Bundesstraße erlaubt – und wann nicht?

Tatsächlich ist es in vielen Fällen nicht verboten, auf einer Bundesstraße mit dem Fahrrad zu fahren. Verläuft neben der Straße kein Radweg, haben Fahrradfahrer meist sogar keine andere Wahl.

Aber selbst wenn ein Radweg vorhanden ist, kann das Radfahren auf der Bundesstraße erlaubt sein. Hier ist nämlich zu unterscheiden, ob es sich um einen benutzungspflichten Radweg handelt oder nicht.

Benutzungspflichtige Radwege sind durch eines von drei Schildern gekennzeichnet. Diese sind blau und zeigen entweder ein allein stehendes Fahrradsymbol, ein Fahrrad- und Fußgängersymbol getrennt durch eine horizontale Linie oder ein Fahrrad- und Fußgängersymbol getrennt durch eine vertikale Linie. Ist ein solches Schild vorhanden, muss der Radfahrer den Radweg nutzen, da sonst ein Bußgeld von 20 bis 35 Euro droht.

Ist dies aber nicht der Fall, ist es dem Radler freigestellt, ob er auf dem Radweg oder der Bundesstraße Fahrrad fährt.

Gibt es besondere Regelungen für Rennräder?

Benutzungspflichtiger Radweg: Sehen Sie ein solches Schild, ist die Bundesstraße für Ihr Fahrrad tabu.

Benutzungspflichtiger Radweg: Sehen Sie ein solches Schild, ist die Bundesstraße für Ihr Fahrrad tabu.

Rennradfahrer nutzen gerne die Bundesstraßen, weil sie in der Regel einen glatteren und ebeneren Untergrund bieten und so eine höhere Fahrgeschwindigkeit ermöglichen. Doch auch für ein Rennrad ist die Bundesstraße tabu, solange ein benutzungspflichtiger Radweg daneben verläuft.

In dem Fall hat der Rennradler auf andere Fahrradfahrer Rücksicht zu nehmen und sein Tempo entsprechend anzupassen. Sollte es sich um einen gemeinsam Rad- und Fußweg handeln, hat er außerdem auf Fußgänger, Hunde und fahrradfahrende Kinder zu achten.

Wer entlang der Bundesstraße mit seinem Fahrrad besonders schnell unterwegs sein möchte, sollte sich deshalb eine Strecke suchen, bei der der Radweg wenig frequentiert wird.

Was ist, wenn der benutzungspflichtige Radweg unbenutzbar ist?

Leider sind nicht alle Radwege in bestem Zustand. Schlaglöcher, Baumwurzeln oder Hindernisse können das Befahren erschweren oder auch völlig unmöglich machen.

Ist dies der Fall, ist auf der Bundesstraße das Radfahren trotz Vorhandenseins eines benutzungspflichtigen Radwegs gestattet. Denn in einer solchen Situation ist die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben.

Auf der Bundesstraße Fahrradfahren: Achtung bei Kraftfahrstraßen!

Doch ob eine Bundesstraße mit dem Fahrrad befahren werden darf oder nicht, richtet sich nicht nur danach, ob ein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist. Auch die Art der Straße ist entscheidend.

Denn manche Bundesstraßen sind gleichzeitig auch Kraftfahrstraßen. Wie der Name vermuten lässt, sind diese ausschließlich Kraftfahrzeugen vorbehalten. Somit ist das Fahrradfahren auf diesen Bundesstraßen nicht erlaubt.

Kraftfahrstraßen – oder auch „Schnellstraßen“ – sind durch ein besonderes Schild gekennzeichnet. Dieses ist viereckig, blau und zeigt ein weißes Auto-Symbol. Es findet sich vor allem an Autobahnzufahrten, denn auch bei diesen handelt es sich per Definition um Kraftfahrstraßen.

Wenn Sie das beschriebene Schild erblicken, ist die Bundesstraße für Ihr Fahrrad absolut verboten – selbst dann, wenn weit und breit kein Radweg zu sehen ist. In diesem Fall müssen Sie sich für Ihre Radtour eine andere Strecke suchen. Bei einem Verstoß sieht der Bußgeldkatalog Fahrrad ein Verwarngeld von 10 Euro vor.

Auf der Bundesstraße mit dem Fahrrad: weitere Hinweise

Ein Helm bietet beim Radfahren auf der Bundesstraße zusätzlichen Schutz.

Ein Helm bietet beim Radfahren auf der Bundesstraße zusätzlichen Schutz.

Abschließend geben wir Ihnen noch einige Tipps, was Sie beachten sollten, wenn Sie auf einer Bundesstraße mit dem Fahrrad unterwegs sind:

  1. Hören Sie beim Radfahren Musik, muss diese leise genug sein, dass Sie den Straßenverkehr ausreichend wahrnehmen.
  2. Auch wenn in Deutschland keine Helmpflicht besteht, sollten Sie zu Ihrem Schutz einen Fahrradhelm tragen, wenn Sie die Bundesstraßen nutzen.
  3. Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern ist erlaubt, sofern Sie dabei keine anderen Verkehrsteilnehmer behindern.
  4. Auch auf Bundesstraßen ist es erlaubt, Fahrradanhänger mit sich zu führen. Transportieren Sie darin allerdings Kinder oder Tiere, sollten Sie bedenken, dass sich diese im Anhänger meist auf direkter Höhe mit den Auspuffrohren der Kraftfahrzeuge befinden und so verstärkt den Abgasen ausgesetzt sind.
  5. Führen Sie auf der Bundesstraße neben Ihrem Fahrrad einen Hund mit sich, sollte dieser möglichst rechts von Ihnen laufen. So schirmen Sie das Tier von dem übrigen Straßenverkehr ab. Die Benutzung einer Leine oder eines speziellen Gestänges ist hier Pflicht. Der Hund sollte außerdem sowohl an die Stresssituation als auch die körperliche Anstrengung gewöhnt sein. Muten Sie Ihrem Vierbeiner nicht zu viel zu!
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