Gewerbeabfall entsorgen: Was ist zu beachten?

Bußgelder für falsche Entsorgung von Gewerbeabfall – Beispiele

Ver­stoßBuß­geld
Gewerbe­abfall nicht vor­schrifts­mäßig ge­trenntbis zu 100.000 Euro
Gewerbe­abfall nicht vor­schrifts­mäßig einer Vor­behand­lungs- oder Auf­bereitungs­anlage zu­geführtbis zu 100.000 Euro
Gewerbe­abfall nicht vor­schrifts­mäßig einer Ver­wertung zuge­führtbis zu 100.000 Euro
nicht sicher­gestellt, dass keine vor­schrifts­widrige Ver­mischung von Ab­fällen er­folgtbis zu 100.000 Euro
Ab­fallbe­hälter nicht vor­schrifts­mäßig be­nutztbis zu 100.000 Euro
gegen Do­kumentations­pflicht ver­stoßenbis zu 10.000 Euro
gegen Nach­weis­pflicht ver­stoßenbis zu 10.000 Euro
gegen Mit­teilung­spflicht ver­stoßenbis zu 10.000 Euro
gegen Be­stätigungs­pflicht ver­stoßenbis zu 10.000 Euro
gegen Fremd­kontroll­pflicht ver­stoßenbis zu 10.000 Euro
Gewerbeabfall: Per Container kommt dieser zum Recycling oder zur Verbrennung.
Gewerbeabfall: Per Container kommt dieser zum Recycling oder zur Verbrennung.

Abfälle zu vermeiden, ist ein lobenswertes Ziel, doch leider lässt sich das nicht immer bewerkstelligen. Dann sollten Sie zumindest sicherstellen, dass Sie Ihren Müll richtig entsorgen, damit er keine Gefahr für die Umwelt darstellt und im besten Fall sogar recycelt werden kann. Handelt es sich bei Ihrem Müll um Gewerbeabfall, ist die Entsorgung besonders strengen Vorschriften unterworfen. Das liegt zum einen daran, dass in manchen Gewerben äußerst schädliche Abfälle entstehen, und zum anderen daran, dass im Gewerbe oftmals einfach sehr viel Müll anfällt.

Aber wie sehen die gesetzlichen Regelungen zur Entsorgung von Gewerbeabfall eigentlich aus? Und was droht, wenn Sie sich nicht an diese halten? Diesen Fragen widmet sich der folgende Ratgeber.

FAQ: Gewerbeabfall

Was fällt unter Gewerbemüll?

Als Gewerbeabfall oder Gewerbemüll werden alle Abfälle bezeichnet, die in einem Gewerbe entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei z. B. um Büroarbeit handelt oder die Güterproduktion in einer Fabrik.

Was kann mich die falsche Entsorgung von Gewerbemüll kosten?

Verstoßen Sie gegen die Vorschriften zur Gewerbeabfallentsorgung müssen Sie je nach Tatbestand mit Bußgeldern von entweder bis zu 10.000 Euro oder sogar bis zu 100.000 Euro rechnen. Dies ergibt sich aus den Bußgeldvorschriften in § 69 des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Eine Übersicht über die Bußgelder bei konkreten Tatbeständen finden Sie hier.

Darf man Gewerbemüll im Hausmüll entsorgen?

Nein, dies stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Selbst hausmüllähnlicher Gewerbeabfall darf nicht in der normalen Hausmülltonne entsorgt werden. Grund hierfür ist in der Regel die Menge, die beim Gewerbemüll anfällt.

Gewerbemüll: Was darf rein?

Wann es sich im Gewerbemüll handelt, bestimmt die Gewerbeabfallverordnung.
Wann es sich um Gewerbemüll handelt, bestimmt die Gewerbeabfallverordnung.

Ob Kartoffelschalen in der Großküche, Textilreste in der Schneiderei oder Papierschnipsel im Büro – sobald Müll im Rahmen eines Gewerbes anfällt, ist er als Gewerbeabfall zu entsorgen.

Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Materialien korrekt zu trennen.

Für gewerbliche Siedlungsabfälle gibt § 3 Abs. 1 der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) folgende obligatorische Trennfraktionen vor:

  • Papier, Pappe und Karton (Ausnahme: Hygienepapier)
  • Glas
  • Kunststoffe
  • Metalle
  • Holz
  • Textilien
  • Bioabfälle (biologisch abbaubare Abfälle aus pflanzlichem, tierischem oder Pilzmaterial)
  • weitere Abfälle (Müll, der nach Art, Zusammensetzung, Schädlichkeit und Reaktionsverhalten mit privaten Hausmüll vergleichbar ist)

Handelt es sich bei Ihrem Gewerbemüll um Bau- oder Abbruchabfälle, müssen Sie diese sogar nach zehn verschiedenen Fraktionen trennen:

  • Glas
  • Kunststoff
  • Metalle (einschließlich Legierungen)
  • Holz
  • Dämmmaterial
  • Bitumengemische (z. B. Dachpappen)
  • Baustoffe auf Gipsbasis
  • Beton
  • Ziegel
  • Fliesen und Keramik

In beiden Fällen ist die Trennung in der Regel sorgfältig zu dokumentieren. Eine Ausnahme gilt hier bei Bau- und Abbruchsabfällen: Unterschreitet deren Masse die Bagatellgrenze von 10 m³, entfällt die Dokumentationspflicht. Trennen müssen Sie den Gewerbeabfall aber trotzdem. 

Wann darf der gesamte Müll in eine Gewerbeabfalltonne?

Entsorgen Sie Gewerbemüll falsch, drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro.
Entsorgen Sie Gewerbemüll falsch, drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro.

Ist die Trennung der verschiedenen Abfälle technisch nicht möglich oder würde sie so viel Geld kosten, dass sie wirtschaftlich nicht zumutbar ist, ist der Betrieb ausnahmsweise von der Trennpflicht entbunden.

Das ist z. B. oft auf Baustellen zu beobachten, wo oft gar kein Platz ist, um verschiedene Container für den Gewerbeabfall aufzustellen. Manchmal sind Materialien verschiedener Abfallfraktionen auch untrennbar miteinander verbunden und können somit ebenfalls nicht separat gesammelt werden.

Können Sie Ihren Gewerbeabfall nicht vorschriftsgemäß trennen, ist folgendermaßen vorzugehen:

  1. Sie müssen dokumentieren, warum die Trennung nicht möglich bzw. nicht zumutbar ist.
  2. Gemische aus gewerblichen Siedlungsabfällen sind in eine Vorbehandlungsanlage zu bringen. Dies gilt auch für Bau- und Abbruchabfälle, die Gemische aus Holz, Metallen oder Kunststoffen enthalten.
  3. Enthalten die Bau- und Abbruchabfälle hingegen hauptsächlich Ziegel, Keramik, Fliesen oder Beton, müssen Sie sie zu einer Aufbereitungsanlage bringen.

Verstoßen Sie gegen diese Pflichten, müssen Sie mit hohen Bußgeldern rechnen. Je nach Art des Verstoßes kann Sie dieser bis zu 100.000 Euro kosten.

Quellen und weiterführende Links

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