Sehtest für den Führerschein: wo, wann, wie?

Für den Führerschein muss ein Sehtest absolviert werden.

Für den Führerschein muss ein Sehtest absolviert werden.

Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, muss sich in den meisten Fällen zunächst die dafür nötigen Kenntnisse aneignen. Dazu besucht er eine Fahrschule und legt eine entsprechende Fahrprüfung ab. Doch das allein reicht nicht. Zusätzlich sind auch immer ein Sehtest und ein Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein erforderlich.

Besonders der Sehtest ist für die Beurteilung der Fahreignung entscheidend, denn ein Autofahrer, der nicht über eine ausreichende Sehleistung verfügt, stellt ein erhebliches Unfallrisiko dar – sowohl für sich als auch für andere. Der Sehtest für den Führerschein soll also nachweisen, dass der Anwärter in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher im Straßenverkehr zu führen.

Aber was passiert eigentlich, wenn der Sehtest für den Führerschein nicht bestanden wird? Wann und wo muss er absolviert werden? Und welche Kosten fallen beim Sehtest für den Führerschein an? Dies und mehr erfahren Sie im Folgenden.

Wo kann ich den Sehtest für den Führerschein machen?

Den Sehtest für den Führerschein müssen Sie immer ablegen, wenn Sie eine Fahrerlaubnis erwerben möchten. Je nachdem, welche Führerscheinklasse Sie beantragen, unterscheidet sich jedoch, wo Sie diesen Test ablegen können bzw. müssen.

Den Sehtest für einen Führerschein der Klasse C, C1, CE, C1E, D, D1 oder D1E muss beim Augenarzt gemacht werden.

Den Sehtest für einen Führerschein der Klasse C, C1, CE, C1E, D, D1 oder D1E muss beim Augenarzt gemacht werden.

Bewerben Sie sich um die Führerscheinklasse A, A1, A2, B, BE, AM, L oder T, können Sie den Sehtest für den Führerschein einfach beim Optiker absolvieren. Natürlich ist auch immer ein Sehtest beim Augenarzt möglich, aber da Sie hier in der Regel wesentlich länger auf einen Termin warten müssen, ist der Optiker für viele die schnellere Option.

Anders verhält es sich, wenn Sie eine Fahrerlaubnis der Klasse C, C1, CE, C1E, D, D1 oder D1E oder einen Taxischein erwerben möchten. Dafür ist ein umfangreiches Gutachten über Ihr Sehvermögen erforderlich, das ein Optiker nicht ausstellen kann. Sie haben somit keine andere Wahl, als den Sehtest für den Führerschein bei einem Augenarzt abzulegen.

Ein Online-Sehtest ist wohlgemerkt nicht ausreichend, da Sie bei der Führerscheinstelle die Bescheinigung eines autorisierten Prüfers vorlegen müssen. Er kann Ihnen allenfalls eine erste Orientierung geben, ob Ihre Sehleistung beeinträchtigt ist.

Muss ich den Sehtest vor der Fahrschule machen?

Der Sehtest für den Führerschein muss vorliegen, wenn Sie Ihre Fahrerlaubnis beantragen, also üblicherweise noch vor der praktischen Fahrprüfung. Spätestens dann brauchen Sie also auf jeden Fall die Sehtestbescheinigung.

Es kommt aber häufig vor, dass schon die Fahrschule den Sehtest voraussetzt, um mit den praktischen Fahrstunden beginnen zu können. Erkundigen Sie sich deshalb am besten schon bei der Anmeldung in der Fahrschule, bis wann Sie den Sehtest für den Führerschein absolviert haben müssen.

Wie lange ist die Sehtestbescheinigung gültig?

Sehtest: Die praktische Autoprüfung kann nur mit vorliegender Bescheinigung absolviert werden.

Sehtest: Die praktische Autoprüfung kann nur mit vorliegender Bescheinigung absolviert werden.

Nicht jeder besteht die praktische Fahrprüfung beim ersten Mal. Die zweite Prüfung findet dann oft erst einige Monate später statt. Aber hat der Sehtest für den Führerschein dann noch Gültigkeit oder müssen Sie sich eine neue Bescheinigung besorgen?

Tatsächlich gibt es diesbezüglich keine eindeutige Regelung, sondern es liegt im Ermessen der jeweiligen Führerscheinstelle, wie alt eine Sehtestbescheinigung maximal sein darf, damit diese anerkannt wird. Während bei manchen Stellen der Sehtest für den Führerschein nur einige Wochen zurückliegen darf, akzeptieren andere auch Bescheinigungen, die zwei Jahre alt sind.

Sehtest für den Führerschein: Welche Kosten erwarten mich?

Beim Sehtest für den Führerschein fallen Kosten von 6,43 Euro an – und zwar ganz, egal bei welchem Optiker oder Augenarzt Sie diesen durchführen lassen. Denn dieser kann den Preis nicht beliebig festlegen, sondern ist an die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) gebunden.

Diese legt unter Ziffer 403 fest, dass eine „Prüfung der Sehleistung mit Testgerät“ immer 5,40 Euro kosten muss. Dabei handelt es sich aber wohlgemerkt um den Nettobetrag. Rechnen Sie noch die 19 % Mehrwertsteuer hinzu, ergeben sich für den Führerschein-Sehtest die Kosten von 6,43 Euro.

Was passiert beim Sehtest für den Führerschein?

Der Sehtest für den Führerschein geht üblicherweise sehr schnell vonstatten und dauert in den meisten Fällen zwischen 10 und 15 Minuten. Dabei werden zwei Dinge geprüft:

  • das Farb-Sehen und
  • das Scharf-Sehen.

Das Farb-Sehen wird meist mithilfe der sog. Ishihara-Farbtafeln geprüft. Darauf sind runde Flecken in unterschiedlichen Farbnuancen und Größen abgebildet, in denen Sie Buchstaben oder Zahlen erkennen müssen. Menschen mit einer Rot-Grün- oder einer Blau-Gelb-Sehschwäche bereitet dies oft Schwierigkeiten. Doch auch wenn Sie bei diesem Test nichts erkennen, müssen Sie sich als Auto- oder Motorradfahrer üblicherweise keine Sorgen machen.

Sehtest für den Führerschein: Das Scharf-Sehen wird mit dem Landolt-Test überprüft.

Sehtest für den Führerschein: Das Scharf-Sehen wird mit dem Landolt-Test überprüft.

Anders verhält es sich allerdings, wenn Sie einen Führerschein der Klasse C, C1, CE, C1E, D, D1 oder D1E oder den Taxischein erwerben möchten. Hierfür ist wie erwähnt ein augenärztliches Gutachten nötig. Wird in diesem vermerkt, dass Sie den Farb-Sehtest nicht bestanden haben, können Sie den entsprechenden Führerschein nicht machen.

Die Untersuchung des Scharf-Sehens erfolgt beim Sehtest für den Führerschein über den Landolt-Test. Hier wird Ihnen eine Tafel gezeigt, auf der in mehreren Reihen sog. Landolt-Ringe untereinander angeordnet sind, welche nach unten hin immer kleiner werden. Die Landolt-Ringe sind immer zu einer Seite geöffnet. Ihre Aufgabe ist es, mit einem Abstand von zwei Metern zu erkennen, auf welcher Seite des jeweiligen Rings sich die Öffnung befindet.

Mit abnehmender Größe der Ringe wird es schwerer zu erkennen, in welche Richtung sie geöffnet sind. Mit jeder Reihe nach unten, die Sie noch scharf sehen können, steigt Ihr gemessener Visus-Wert, eine Einheit zur Messung der Sehstärke. Um den Sehtest für den Führerschein zu bestehen, müssen Sie einen Visus von mindestens 0,7 haben.

Darf ich beim Sehtest für den Führerschein eine Sehhilfe verwenden?

Sind Sie auf eine Brille oder Kontaktlinsen angewiesen, dürfen Sie diese auch beim Sehtest für den Führerschein tragen. Erreichen Sie nur mit dieser optischen Hilfe den vorgeschriebenen Visus-Wert von 0,7, haben Sie den Test trotzdem bestanden. Allerdings wird der Optiker bzw. der Augenarzt vermerken, dass Sie die Brille für die Fahreignung benötigen.

Ein entsprechender Hinweis taucht auch später in Ihrem Führerschein auf. Sollten Sie dann beim Fahren ohne Brille oder Kontaktlinsen erwischt werden, müssen Sie mindestens mit einem Bußgeld rechnen.

Führerschein: Sehtest wurde nicht bestanden – Was nun?

Führerschein-Sehtest nicht bestanden? Dann benötigen Sie wohl eine Sehhilfe.

Führerschein-Sehtest nicht bestanden? Dann benötigen Sie wohl eine Sehhilfe.

Wenn Sie beim Sehtest für den Führerschein nicht den erforderlichen Visus von 0,7 erreichen, erhalten Sie keine Sehtestbescheinigung. Sie werden dann nicht drum herumkommen, sich eine Sehhilfe zuzulegen, wenn Sie nicht auf Ihre Fahrerlaubnis verzichten wollen. Um festzustellen, welcher Art Ihre Sehschwäche ist und wie viel Dioptrien Sie bei Ihrer Brille benötigen, ist ein separater ausführlicherer Sehtest vonnöten.

Wenn Sie dann Ihre Brille oder Ihre Kontaktlinsen haben, können Sie den Sehtest für den Führerschein erneut ablegen.

Manche Personen versuchen, beim Führerschein-Sehtest zu schummeln, indem sie Kontaktlinsen bei der Untersuchung tragen, ohne dies dem Prüfer mitzuteilen. Sie wollen damit vermeiden, dass in ihrem Führerschein vermerkt wird, dass sie auf eine Sehhilfe angewiesen sind. Ein geübter Optiker oder Augenarzt erkennt dies jedoch meist sofort, weshalb die Betroffenen die Eintragung im Führerschein nicht umgehen können.
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