Verhalten bei Unfällen: Ruhe bewahren und Umsicht zeigen

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →
Das richtige Verhalten bei Unfällen minimiert das Risiko von Folgeunfällen.

Das richtige Verhalten bei Unfällen minimiert das Risiko von Folgeunfällen.

Das Verhalten bei Unfällen kann über Leben und Tod entscheiden. In einer Schocksituation ist es jedoch nicht immer einfach sofort zu wissen, was zu tun ist. Ein Unfall ist ja in der Regel kein vorher geplantes Ereignis.

Das Verhalten nach einem Unfall mit dem Auto und was dann zu tun ist, steht im Mittelpunkt des folgenden Ratgebers. Dieser beinhaltet Hinweise zum Vorgehen nach einem Unfall, dem richtigen Verhalten bei der Hilfeleistung für Verletzte und für die richtige Aufnahme der Details zum Hergang.

Autounfall? Was nun zu tun ist, sollte jeder wissen

„Sie sind an einem Verkehrsunfall beteiligt, wozu sind Sie verpflichtet?“ Diese Frage ist einer der häufigsten und wichtigsten in der Fahrschule und auch in den Prüfungen. Ein Unfall muss nicht immer mit einem Totalschaden oder Verletzten daherkommen, um Betroffene in eine Ausnahmesituation zu versetzen.

Schon ein kleiner Blechschaden beim Einparken oder an der Ampel im Berufsverkehr ist mit Stress behaftet und lassen Verkehrsteilnehmer im ersten Moment oftmals ratlos im Moment verharren. Doch was ist zu tun bei bzw. nach einem Unfall? Wie sieht das richtige Verhalten bei einem Unfall aus?

Unfall: Zu wissen, was zu tun ist, kann Leben retten.

Unfall: Zu wissen, was zu tun ist, kann Leben retten.

Die Möglichkeit, dass Verkehrsteilnehmer an einem Unfall beteiligt sein werden, ist im stätig dichter werdenden Verkehr nicht so gering, wie es manche denken. Dann zu wissen, was das richtige Vorgehen bei einem Unfall ist, kann durchaus eine gewisse Sicherheit im Umgang mit der Situation erzeugen. So kann nach dem ersten Schockmoment oft die Lage analysiert und richtig reagiert werden.

Was zu tun ist bei einem Verkehrsunfall, sollte daher bei jedem Verkehrsteilnehmer zumindest ansatzweise als Wissen vorhanden sein. Das kann nicht nur dazu beitragen, dass eventuell Verletzen geholfen werden kann, sondern auch dazu, dass sich Unfallbeteiligte nicht noch selbst in Gefahr bringen. Darüber hinaus kann das richtige Verhalten bei Unfällen das Risiko von Folgeunfällen minimieren.

Warndreieck aufstellen, Verletzte versorgen, dir Rettungskräfte verständigen und die Unfalldaten aufnehmen – das sind in der Regel die groben Punkte, die Verkehrsteilnehmer im Zusammenhang mit Unfällen im Kopf haben. Die sind üblicherweise auch die Eckpunkte, die in der Fahrschule, von den Automobilclubs und der Polizei in den Vordergrund gestellt werden. Doch ist das dann alles was zum korrekten Verhalten nach einem Verkehrsunfall gehört oder sollten Betroffene noch weitere Punkte beachten?
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Unfall: Das Vorgehen sollte einem Schema entsprechen

Höchste Priorität hat nach einem Unfall zunächst immer die Absicherung der Unfallstelle. Das dient in erster Linie dazu, andere Verkehrsteilnehmer auf den Unfall aufmerksam zu machen und so Folgeunfälle zu vermeiden. Des Weiteren werden so die Beteiligten besser gegen den nachfolgenden Verkehr abgesichert, dass sie besser zu sehen sind. Wichtig ist, dass sich niemand für diese Absicherung selbst in Gefahr bringt.

Was ist zu tun? Bei/nach einem Autounfall hat die Absicherung durch Warnblinker und Warndreieck als erstes Priorität.

Was ist zu tun? Bei/nach einem Autounfall hat die Absicherung durch Warnblinker und Warndreieck als erstes Priorität.

Zum richtigen Verhalten am Unfallort gehört auch, dass der Fahrer beim Verlassen des Fahrzeugs außerhalb geschlossener Ortschaften eine Warnweste anlegt. Vorgeschrieben ist nur eine Warnweste im Auto zu haben. Es wird jedoch empfohlen, dass für alle Mitfahrenden eine solche Weste vorhanden ist und auch angezogen wird. Ist keine Warnweste im Auto, kann das ein Bußgeld nach sich ziehen.

Für die Absicherung muss der Warnblinker eingeschaltet und das Warndreieck aufgestellt werden. Im Stadtgebiet sollte das Dreieck mindestens 50 m von der Unfallstelle entfernt und so aufgestellt sein, dass es für den nachfolgenden oder entgegenkommenden Verkehr gut zu sehen ist. Auf Landstraßen wird ein Mindestabstand von 100 m empfohlen auf Autobahnen etwa 150 bis 400 m.

Handel es sich um übersichtliche Unfallstellen wie Kurven oder Kreuzungen, sollte das Warndreieck vor diesen aufgestellt werden. Zudem muss es immer am Fahrbahnrand oder am Rand des Seitenstreifens stehen und kein Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer darstellen.

Achtung: Wird nicht abgesichert, kann ein Verwarngeld für dieses Verhalten bei Unfällen drohen. Kommen dadurch Personen zu schaden, kann auch eine fahrlässige Körperverletzung vorliegen. Hier handelt es sich jedoch um Einzelfallentscheidungen, die von den Begebenheiten vor Ort beeinflusst werden.

Nach der Absicherung kommt die Erste Hilfe

In der Fahrschule wird beim Thema „Kfz-Unfall und was zu tun ist“ selbstverständlich auch der Punkt Erste Hilfe behandelt. Zudem kann ein Führerschein ohne den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses nicht erworben werden. Verletzte Personen zu versorgen bzw. Hilfe für diese zu holen steht hier im Mittelpunkt.

In Deutschland besteht eine gesetzliche Pflicht, Hilfe zu leisten und wenn es nur das Herbeirufen der Rettungskräfte und das Beistehen in der Situation beinhaltet. Wird Hilfe unterlassen, kann dies gemäß den Regelungen nach §323 c Strafgesetzbuch (StGB) eine Straftat darstellen. Ein solches Verhalten kann bei Unfällen Konsequenzen in Form von Geld- oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen.

Beteiligte sollten nach der Absicherung also immer abklären, ob sich andere Beteilige verletzt haben und nach ihren Möglichkeiten helfen. Wichtig ist hier auch, dass Ersthelfer, die Verletzte Versorgen, nicht befürchten müssen, für Folgeschäden verantwortlich zu sein.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Beim Unfall gehört zum Vorgehen auch, den Notruf zu verständigen, wenn dies notwendig ist.

Beim Unfall gehört zum Vorgehen auch, den Notruf zu verständigen, wenn dies notwendig ist.

Es ist also wichtig in Bezug auf die richtige Hilfeleistung nach einem Unfall zu wissen, was zu tun ist. Dazu gehört auch, die in Deutschland gültigen Notrufnummern zu kennen. Unter der 112 können die Rettungskräfte informiert werden. Übe die 110 ist der Notruf der Polizei erreichbar. Bereits dieser Anruf gilt als Erste Hilfe und sollte somit immer zum richtigen Verhalten nach einem Autounfall zählen.

Verhalten bei einem Verkehrsunfall: Ist die Polizei immer zu verständigen?

Zum richtigen Verhalten bei Unfällen gehört nicht nur die Rettungskräfte zu verständigen, wenn es Verletzte gibt, sondern auch die Polizei zur Unfallaufnahme hinzuzuholen. Allerdings muss das nicht in jedem Fall geschehen. Dennoch gibt es Situationen, bei denen die Beamten vor Ort sein sollten. Wie erwähnt, ist das bei Personenschäden und hohen Sachschäden immer der Fall. Darüber hinaus ist die Polizei zu verständigen, wenn eine Unfallflucht des Unfallgegners vorliegt, oder wenn Unfallbeteiligte den Eindruck haben, dass der Unfallgegner unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht.

Können sich die Unfallparteien nicht einigen oder verweigert eine Seite die Angabe von wichtigen Daten, sollten die Beamten ebenfalls hinzugerufen werden. Gleiches gilt, wenn ein ausländisches Fahrzeug ohne Versicherungsnachweis beteiligt ist oder der Unfall mit einem Mietwagen geschehen ist.

>Achtung: Die Polizei ist zu verständigen, wenn ein Fahrzeug beschädigt wurde und der Halter nicht anwesend bzw. auffindbar ist. Wird dieser Schaden nicht gemeldet, handelt es sich um ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Dieses Verhalten bei Unfällen hat dann ebenfalls rechtliche Konsequenzen.

Handel es sich hingegen um sogenannte Bagatellschäden (kleine Kratzer oder Schramme im Blech etwa) und können sich die beteiligten Parteien auf einen ausreichenden Datenaustausch einigen, ist die Unfallaufnahme durch die Polizei nicht unbedingt notwendig.

Egal ob mit oder polizeiliche Unterstützung, für die spätere Schadensregulierung ist eine ausführliche Dokumentation von großer Bedeutung.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Dokumentation ist wichtig: Also was ist zu tun bei einem Autounfall?

Die detaillierte Dokumentation gehört beim Autounfall zum richtigen Vorgehen.

Die detaillierte Dokumentation gehört beim Autounfall zum richtigen Vorgehen.

Zum richtigen Verhalten bei Unfällen zählt natürlich auch, das Erfassen des Unfallhergangs sowie der entstandenen Schäden. Nur so kann eine Regulierung sowie die Durchsetzung weitere Ansprüche erfolgen. Wie und was Betroffene machen sollten, um bei einem Unfall die wichtigen Informationen festzuhalten, beschreibt der folgende Abschnitt unsere Ratgebers.

Zunächst ist es wichtig, die Daten der Unfallbeteiligten aufzunehmen. Neben dem vollständigen Namen, der Anschrift und des Kennzeichens gehören die Versicherungsinformationen zu diesen Daten. Des Weiteren sollten Skizzen des Unfallhergangs und aussagekräftige Fotos vom Unfallort sowie den Schäden in der Dokumentation enthalten sein.

Um alle wichtigen Daten tatsächlich festzuhalten, ist es zu empfehlen, dass ein Unfallbericht ausgefühlt wird. Sind ausländische Fahrzeuge beteiligt, sollte dies der europäische Unfallbericht sein. Die Polizei nimmt dann, wenn sie verständigt wurde, zusätzlich die Zeugenaussagen auf. Dies können Unfallbeteiligte auch selbst tun, wenn die Zeugen vor Ort sind und es sich um Bagatellschäden handelt.

Diese Daten sollten im Unfallbericht immer enthalten sein:

  • Persönliche Angaben aller Beteiligter (Name, Anschrift, Kennzeichen)
  • Versicherungsdaten der Beteiligten
  • Angaben zum Unfall (Ort, Datum, Uhrzeit) und zu den Unfallfahrzeugen
  • Schilderung des Unfallhergangs so detailliert wie möglich
  • Angaben zu den sichtbaren Schäden sowie Skizzen der Unfallstelle
  • Persönliche Angaben zu den Zeugen (Name, Anschrift)
  • Unterschriften der Beteiligten
Unfall verursacht? Was zu tun ist, richtet sich nach einem Schema.

Unfall verursacht? Was zu tun ist, richtet sich nach einem Schema.

Der Austausch der Daten ist gesetzlich verpflichtend vorgeschrieben und gehört somit zum korrekten Verhalten bei Unfällen. Weigert sich eine Partei die Daten auszuhändigen und verlässt den Unfallort ohne dies zu tun, handelt es sich um Fahrerflucht. Das gilt auch, wenn falsche Angaben gemacht werden. Ist dann der Unfallgegner nicht bekannt, haben Betroffene die Möglichkeit, beim Zentralruf der Autoversicherer anzurufen und mit dem Kennzeichen eine Versicherung feststellen zu lassen.

Ist der Unfall vollständig dokumentiert, sollten sich alle Beteiligten umgehend mit ihren Versicherungen in Verbindung setzen und den Unfall dort angeben. Auch bei kleinen Schäden ist dies für die Regulierung notwendig.

Verhalten bei Unfällen: Verlassen des Unfallorts

Bei Bagatellschäden, wenn die Fahrzeuge fahrtauglich sind und bewegt werden könne, sollte die Unfallstelle so schnell wie möglich geräumt werden. Nach dem Austausch der Daten und der Dokumentation sollte also der nachfolgende Verkehr nicht unnötig aufgehalten oder behindert werden, denn dies kann zu Bußgeldern führen.

Bei Personenschäden oder hohen Sachschäden ist die Aufnahme des Unfalls durch die Polizei abzuwarten. In der Regel teilen die Beamten den Beteiligten mit, wann sie sich entfernen können.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →

Unfall und was zu tun ist – Checkliste

Nachfolgend sind alle wichtigen Punkte für das richtige Verhalten bei Unfälle als Checkliste aufgeführt.

Richtiges VorgehenErledigt?
Absicherung der Unfallstelle?
... Warnblinker eingeschaltet?
... Warnweste angelegt und Warndreieck
aufgestellt?
... Fahrbahn geräumt?
(nur bei Bagatellschäden)
Erste Hilfe-Maßnahmen
Rettungskräfte verständigt?
... Geschehen kurz und knapp
geschildert?
... Nachfragen abwarten!
... Anweisungen befolgen!
Unfallaufnahme
... Fotos und Skizzen
... detaillierter Unfallbericht
(Unterschriften nicht
vergessen)
... Daten ausgetauscht
(persönliche und Versicherungsinformationen)?
... Daten von Zeugen festgehalten?
Schaden der Versicherung gemeldet?
unfallbericht-bussgeld-info

Hier finden Sie eine Checkliste mit allen wichtigen Informationen kostenlos als Download! Klicken Sie auf den Link oder das Vorschaubild, um die Datei herunterzuladen.

Das Dokument kann darüber hinaus auch ausgedruckt werden. So kann es entweder auf dem Handy, dem Tablett oder in Papierform im Fahrzeug immer mitgeführt werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (43 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den B‌ußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten.
Hier klicken →
{ 0 Kommentare… add one }

Neuen Kommentar verfassen

[x] Schließen
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.