Busreifen – Diesen Vorgaben müssen Reifen an Omnibussen genügen

Die folgende Bußgeldtabelle ist ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog für den Bus und fasst zusammen, welche Bußgelder drohen, wenn die Busreifen nicht den Vorgaben entsprechend beschaffen sind. Beachten Sie, dass in der Regel der Halter des Fahrzeuges für dessen Instandsetzung zuständig ist, nicht der Fahrer. Busfahrer werden also eher nicht mit Sanktionen zu rechnen haben, es sei denn, sie sind wissentlich mit nicht ordnungsgemäßen Busreifen gefahren.

VerstoßBußgeldPunkte
Verstoß gegen die Winterrreifenpflicht60 Euro1
... Es kam zur Behinderung 80 Euro1
... Es kam zur Gefährdung100 Euro1
... Es kam zum Unfall120 Euro1
Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch mangelhafte Reifen90 Euro
Unzureichende Profiltiefe60 Euro1
... Es kam zur Gefährdung75 Euro 1
... Es kam zum Unfall90 Euro1

Welche Vorschriften gelten für Busreifen?

Auch beim Bus müssen die Reifen stimmen.

Auch beim Bus müssen die Reifen ordnungsgemäß montiert sein. Die Sicherheit vieler Menschen hängt davon ab.

Prinzipiell ist für die Bereifung von Kraftfahrzeugen Paragraph 36 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung von Bedeutung. Demnach unterliegen zunächst die Reifen aller Fahrzeuge denselben Vorschriften.

Zum Beispiel ist es, genau wie beim Auto, beim Bus verboten, bestimmte Reifen zu “mischen”. Was Mischbereifung ist und welche Formen legal sind, erfahren Sie im Folgenden.

Außerdem beschäftigen wir uns mit der vorgeschriebenen Profiltiefe von Busreifen und wie diese ohne Messgerät überprüft werden kann.

Die wichtigsten Regeln für Busreifen

Alle Regeln, die für Pkw-Reifen gelten, können auch auf Busreifen angewendet werden. An nur einer Stelle werden im oben genannten Paragraphen schwere Fahrzeuge explizit genannt:

An Kraftfahrzeugen – ausgenommen Personenkraftwagen – mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h und an ihren Anhängern dürfen die Räder einer Achse entweder nur mit Diagonal- oder nur mit Radialreifen ausgerüstet sein.

Mischbereifung ist für Busse und Lkw in diesem Fall also verboten.

Was ist Mischbereifung?

Die unterschiedliche Bereifung an einer Achse kann zu Schwierigkeiten bei der Bedienung des Fahrzeuges führen, weshalb darauf geachtet werden muss, dass die Pneu einer Achse jeweils übereinstimmen.

Legal, weil potentiell ungefährlich, ist Mischbereifung in folgenden Fällen:

  • bei unterschiedlicher Profiltiefe
  • bei Sommer- und Winterreifen
  • bei Pneu verschiedener Hersteller (insoweit die Reifen vergleichbar sind)

Illegal, weil potentiell gefährlich, ist Mischbereifung hingegen:

  • bei Pneu unterschiedlicher Größe (außer, der Fahrzeughersteller zeigt dies unmissverständlich an.)
  • bei Diagonal- und Radialreifen

Was ist der Unterschied zwischen Radialreifen und Diagonalreifen?

Als die ersten Automobile gebaut wurden, wurde es notwendig, von Vollgummireifen auf Reifen mit Luftfüllung umzusteigen. 1898 wurde daher der Diagonalreifen entwickelt – dieser war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Standard für alle Autos, bis 1946 der Radialreifen vorgestellt wurde.

Auf die Busreifen muss Verlass sein.

Auf Busreifen muss Verlass sein. Der Halter des Fahrzeuges ist für dessen Wartung haftbar zu machen.

Der Unterschied besteht im Aufbau der Ummantelung. Während die Innenlagen von Diagonalreifen senkrecht aufeinander liegen, verlaufen sie bei Radialreifen schräg zueinander. Heute kommen Diagonalreifen im Straßenverkehr praktisch nicht mehr zum Einsatz, weshalb eine Mischbereifung bei Busreifen ohnehin sehr unwahrscheinlich ist.

Welche Profiltiefe müssen Busreifen aufweisen?

Die Profiltiefe von Busreifen muss dieselben Vorgaben erfüllen wie die von Lkw oder Pkw.

  • Das Profil von Sommer- wie Winterreifen muss mindestens 1,6 Millimeter betragen.
  • Es wird jedoch empfohlen, Reifen grundsätzlich auf höchstens 4 Millimeter herunterzufahren.

Tipp: Um die Reifenprofiltiefe zu ermitteln, benötigen Sie kein Messgerät. Versuchen Sie, eine Euro-Münze im Laufflächenprofil zu versenken. Solange der äußere Rand des Geldstückes verschwindet, dürfte der Busreifen noch genug Profil aufweisen.

Sommer- oder Winterreifen für den Bus?

Laut Paragraph 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) darf

Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen..

Das gilt natürlich auch für Busreifen. Seit dem 1. Januar 2018 bedeutet das, dass Winterreifen mit dem sog. “Alpine-Symbol” versehen werden sein müssen, um hierzulande zugelassen zu werden. Reifen, die vor dem Jahr 2018 produziert wurden und über eine “M+S”-Kennzeichnung verfügen, dürfen noch bis zum 30. September 2024 verwendet werden.

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