Führerschein: Was zur Wiedererteilung nötig ist

Neuerteilung: Den Führerschein nach 10 oder 15 Jahren zurück erhalten ohne MPU - geht das?

Neuerteilung: Den Führerschein nach 10 oder 15 Jahren zurück erhalten ohne MPU – geht das?

Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, ein qualifizierter Rotlichtverstoß oder drei A-Verstöße in der Probezeit – Gründe für einen Führerscheinentzug gibt es einige. Die Folge ist jedoch immer, dass das Auto erst einmal stehen bleiben muss.

Vor allem Menschen, die in beruflicher Hinsicht auf den Führerschein angewiesen sind, haben ein Problem, wenn die vorher so selbstverständliche Mobilität auf einmal wegfällt. Erst nach einer bestimmten Zeit und oft auch nur unter der Erfüllung von gewissen Auflagen kann es zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kommen.

Für viele kann es nach dem Führerscheinentzug gar nicht schnell genug gehen und sie fragen sich, wie lange es dauert, bis es zur Fahrerlaubnis-Wiedererteilung kommt, ob sie den Führerschein nun neu machen müssen oder ob eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis auch ohne MPU möglich ist. Die Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im Folgenden.

Führerschein-Neuerteilung nach einer gewissen Sperrfrist

Zunächst einmal: Der Führerscheinentzug ist nicht mit dem Fahrverbot gleichzusetzen, welches für schwerere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) erteilt wird. Ein Fahrverbot wird normalerweise nur für ein bis drei Monate ausgesprochen und im Anschluss erhalten Verkehrssünder den Führerschein zurück, ohne diesen neu beantragen zu müssen.

Die Neuerteilung der Fahrerlaubnis erfolgt nach einem Führerscheinentzug erst nach Ablauf einer gewissen Sperrfrist. Wie lange diese dauert, hängt im Wesentlichen von der Art und Schwere des Verstoßes ab. Die Dauer wird üblicherweise von einem Gericht festgelegt. Erst wenn diese Frist verstrichen ist, kann ein Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden.

Zeit bis zur Führerschein-Wiedererteilung: Wie lang kann eine Sperrfrist sein? Die Dauer beträgt in der Regel mindestens sechs Monate und höchstens fünf Jahre. Es gibt außerdem noch zwei besondere Arten von Sperrfristen:

  • Lebenslange Sperrfrist: Diese wird bei besonders schweren Taten im Straßenverkehr angeordnet. Es wird davon ausgegangen, dass der Betroffene auch nach fünf Jahren nicht in der Lage sein wird, ein Fahrzeug sicher und verantwortungsbewusst zu führen. Eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis ist hierbei ausgeschlossen.
  • Isolierte Sperrfrist: Diese wird verordnet, wenn der Betroffene keinen Führerschein besitzt, der eingezogen werden kann, aber einen Verstoß begangen hat, der theoretisch den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge hätte. Während dieser Frist kann kein Führerschein gemacht werden.
Wichtig: Eine Verkürzung der Sperrfrist ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn Sie beispielsweise nachweisen können, dass Sie sich um eine Besserung Ihres Verhaltens im Straßenverkehr bemühen. Sie kann um bis zu drei Monate verkürzt werden, es sei denn, es wurde in den vergangenen drei Jahren vor dem Verstoß schon einmal eine Sperrzeit verhängt. Dann muss zunächst eine Sperrzeit von einem Jahr eingehalten werden, bevor eine Verkürzung möglich ist.

Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen: Wie muss ich vorgehen?

Wiedererteilung: Den Führerschein nach 15 Jahren zurückzubekommen, kann das erneute Ableben einer Fahrprüfung erfordern.

Wiedererteilung: Den Führerschein nach 15 Jahren zurückzubekommen, kann das erneute Ablegen einer Fahrprüfung erfordern.

Ist die Sperrfrist verstrichen, steht der Neuerteilung der Fahrerlaubnis nichts mehr im Weg, vorausgesetzt, alle Bedingungen für den Wiedererwerb gelten als erfüllt:

  • Wurde beispielsweise eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet, muss das erfolgreiche Bestehen dieser nachgewiesen werden.
  • Bei einem durch Alkohol oder Drogen am Steuer verursachten Führerscheinentzug muss oft ein Abstinenznachweis erbracht werden.
  • In einigen Fällen, zum Beispiel wenn der Führerscheinentzug schon viele Jahre her ist, ist das erneute Ablegen der Fahrprüfung vonnöten, damit es zur Führerschein-Wiedererteilung kommen kann.

Sind alle Voraussetzungen für die Führerschein-Wiedererteilung erfüllt, kann dieser bereits drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist bei der zuständigen Führerscheinbehörde neu beantragt und so eine eventuelle Wartezeit vermieden werden. Der Antrag wird nämlich in der Folgezeit erst einmal geprüft, was einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann.

Übrigens: Zwischen der Wiedererteilung und der Neuerteilung der Fahrerlaubnis gibt es keinen Unterschied. Die Begriffe werden in diesem Zusammenhang oft synonym verwendet. Theoretisch gesehen, erfolgt aber keine Wiedererteilung im wörtlichen Sinne, da das Führerscheindokument neu ausgestellt wird und Sie Ihren alten Führerschein nicht zurückerhalten wie nach einem Fahrverbot. Daher heißt das offizielle Dokument auch “Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis”.

Führerschein zurück ohne MPU: Geht das?

Erfolgt Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ohne MPU nach 10 oder 15 Jahren?

Erfolgt Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ohne MPU nach 10 oder 15 Jahren?

Da eine MPU Kosten verursacht und mit erheblichem Aufwand verbunden ist, scheuen sich viele davor und versuchen die Untersuchung zu umgehen, indem sie eine gewisse Zeit abwarten. Aber nach welcher Zeit erhalten Sie Ihren Führerschein zurück, ohne eine MPU zu machen? Nach 10 oder 15 Jahren? Damit es hierbei zur Führerschein-Wiedererteilung kommt, muss die MPU-Anordnung verfallen.

Es gibt beim Fahrerlaubnisentzug eine Verjährungsfrist. Diese beträgt zehn Jahre, beginnt aber erst im sechsten Jahr nach dem Führerscheinentzug und dies auch nur, wenn Sie sich in den ersten fünf Jahren nach dem Verstoß im Straßenverkehr nichts zu Schulden kommen lassen. Das bedeutet, dass Sie den Führerschein nach 15 Jahren zurückbekommen können, ohne dass eine MPU absolviert werden muss.

Welcher Verstoß dabei zum Entzug der Fahrerlaubnis geführt hat, ist unerheblich, da der aus dem Verstoß resultierende Eintrag nach 15 Jahren aus Ihrer Akte gelöscht wird.
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