Pilze sammeln und dafür ein Bußgeld kassieren? Darauf sollten Sammler achten

Der folgenden Bußgeldtabelle können Sie die drohenden Geldbußen einiger Bundesländer entnehmen, wenn Sie zu viele Pilze sammeln und außerdem, wie viele Pilze Sie überhaupt mitnehmen dürfen.

Bußgeldtabelle: Pilze sammeln

BundeslandErlaubte Menge an Pilzen laut LWaldGBußgeld, wenn Sie zu viele Pilze sammeln
Berlingeringe Mengen für den eigenen Bedarfbis zu 10.000 Euro
Brandenburggeringe Mengen für den eigenen Bedarf, wenn diese nicht zu den geschützten Arten gehörenbis zu 20.000 Euro
Mecklenburg-Vorpommerngeringe Mengenbis zu 7.500 Euro
Rheinland-PfalzMengen für den persönlichen Bedarfbis zu 2.500 Euro bzw. bis zu 10.000 Euro in besonders schweren Fällen
SachsenMengen für den persönlichen Bedarfbis zu 2.500 Euro bzw. bis zu 10.000 Euro in besonders schweren Fällen
Thüringengeringe Mengen zum eigenen Verbrauchbis zu 2.500 Euro

Ein leckeres Essen im Herbst kann sich zur Bußgeldfalle entwickeln

FAQ: Pilze in Deutschland sammeln

Darf ich Pilze im Wald sammeln?

Ja, das ist in aller Regel erlaubt. Bei Unsicherheiten können Sie sich an die zuständige Kommune, den Landesforstbetrieb oder die Naturschutzbehörde wenden.

Wie viele Pilze darf man sammeln?

Dafür gibt es meist keine konkrete Angabe. Nähere Informationen zur erlaubten Menge haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Darf man im Naturschutzgebiet Pilze sammeln?

Das ist in aller Regel verboten. Um hohe Geldbußen zu vermeiden, sollten Sie dringend davon absehen, im Naturschutzgebiet Pilze zu sammeln.

Pilze sammeln: Ist das verboten?
Pilze sammeln: Ist das verboten?

Frisch gesammelte Pilze schmecken nicht nur als Beilage zu einem leckeren Gericht beim Abendbrot. Sie dienen auch als Nahrungsquelle für zahlreiche Wildtierarten und sind zudem für die Säuberung des Waldes zuständig. Abgestorbene Pflanzen und verendete Tiere werden von Pilzen zersetzt und so in nährstoffreichen Boden umgewandelt. Es ist also von entscheidender Bedeutung, dass immer genügend dieser kleinen Saubermänner im Wald vorhanden sind.

Jedoch kann so eine Pilzpfanne schon ziemlich verlockend sein. Damit der Mensch nicht zu viele der saisonalen Köstlichkeiten aus Waldgebieten entnimmt, gibt es Regeln und Gesetze. Wer in Deutschland Pilze sammeln möchte, sollte diese Regeln kennen, um kein Bußgeld zu riskieren. Im Folgenden klären wir Sie darüber auf.

Pilze sammeln: Die Regeln darf jedes Bundesland selbst bestimmen

Pilze sammeln: Das Gesetz in Deutschland sieht eine Regelung auf Länderebene vor.
Pilze sammeln: Das Gesetz in Deutschland sieht eine Regelung auf Länderebene vor.

Wer im Wald Pilze sammeln möchte, sollte sich vorher darüber informieren, ob es bestimmte Regeln zum Verhalten im Wald im jeweiligen Bundesland und für das Pilzesammeln gibt. Dies finden Sie beispielsweise auf den Webseiten der örtlichen Kommune heraus. Wollen Sie ganz sicher gehen, können Sie auch einen Blick in das jeweilige Landeswaldgesetz (LWaldG) werfen. Hier dürfen die Bundesländer festlegen, ob sie etwa das Fahren im Wald mit Kraftfahrzeugen verbieten oder ob sie zum Beispiel erlauben, Pilze zu sammeln. Die maximale Menge wird jedoch in der Regel nicht genannt. Daher stellt sich oft die Frage „Wie viele Kilo Pilze darf man eigentlich sammeln?

In Baden-Württemberg wurden 2018 zwei Männer mit einer Menge von 19 Kilogramm Steinpilzen von der Polizei aufgegriffen. Sie hatten zu viele Pilze gesammetl. Die Männer durften jeweils ein Kilo der Walderzeugnisse behalten und mussten ein Bußgeld in Höhe von 1700 Euro bezahlen. Ein Kilo kann pro Person und Tag also als Orientierung dienen.

Im LWaldG von Berlin heißt es unter § 13 Abs. 2:

„Das Sammeln von Pilzen, Beeren und anderen Früchten in geringer Menge für den eigenen Bedarf ist gestattet.“

Im LWaldG von Brandenburg steht in § 15 Abs. 7 geschrieben:

„Jedermann darf einen Handstrauß, Waldfrüchte, Pilze und wild wachsende Pflanzen in geringer Menge für den eigenen Gebrauch entnehmen, sofern die betreffenden Pflanzen nicht zu den besonders geschützten Arten gehören.“

Grundsätzlich ist Pilze zu sammeln also in der Regel erlaubt. Um keine Bußgelder nach dem landeseigenen Bußgeldkatalog zu riskieren, sollten Sie die Mengen allerdings auf den eigenen Bedarf beschränken.

Wo kann ich ruhigen Gewissens Pilze sammeln und welche Arten darf ich überhaupt mitnehmen?

Pilze sammeln: Wie viele in den Kochtopf dürfen, überprüfen Sie am besten vor dem Gang ins Grüne.
Pilze sammeln: Wie viele in den Kochtopf dürfen, überprüfen Sie am besten vor dem Gang ins Grüne.

Nun wissen Sie, dass Sie Pilze im Grundsatz sammeln dürfen. Dabei sollten Sie zusätzlich darauf achten, keine Gebiete zu betreten, für die das Begehen untersagt ist. In Naturschutzgebieten dürfen Sie die gekennzeichneten Wege nicht verlassen und dementsprechend auch keine Pilze sammeln oder Pflanzen entnehmen. Gleiches gilt für Bereiche, die eingezäunt sind. Hier kann es beispielsweise vorkommen, dass eine Fläche junger Bäume in Ruhe gedeihen können soll, ohne dabei von Menschen gestört zu werden. Sammeln ist in aller Regel schlicht dann erlaubt, wenn es nicht verboten ist: Eine eingezäunte Fläche oder ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet sollte Sie also davon abhalten.

Doch welche Pilze darf man eigentlich sammeln? Hier gibt die Bundesnaturschutzverordnung Aufschluss. Zum Sammeln freigegeben sind etwa:

  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
  • Schweinsohren
  • Brätlinge
  • Birkenpilze
  • und Morcheln.

Auch wenn Sie solch essbare Pilze offiziell sammeln dürfen, sollten Sie auch dabei die Beschränkung auf geringe Mengen beachten. Überschreiten Sie die erlaubten Mengen, kann ein Bußgeldbescheid mit einer hohen Geldbuße drohen. Einen Auszug der möglichen Bußgelder finden Sie hier.

Bildnachweise: istockphoto.com/Kalichka, istockphoto.com/frox, depositphotos.com/EdZbarzhyvetsky

Quellen und weiterführende Links

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