Bußgeldkatalog: Wenden & Abbiegen mit Pkw & Fahrrad

Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog Wenden & Abbiegen 2017, der die Bußgelder bei Verkehrsdelikten definiert.

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbot
Abbiegen ohne ordnungsgemäßes Einordnen10 EUR
mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer30 EUR
mit Sachbeschädigung35 EUR
Abbiegen ohne Entgegenkommende oder in gleicher Richtung Fahrende durchzulassen20 EUR
mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer70 EUR1
mit Sachbeschädigung85 EUR1
Beim Abbiegen in ein Grundstück, beim Wenden oder Rückwärtsfahren einen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet80 EUR1
Einfahren in eine Kreuzung oder Einmündung trotz stockenden Verkehrs mit Behinderung20 EUR
Abbiegen ohne Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen mit Gefährdung70 EUR1
Beim Linksabbiegen nicht voreinander abgebogen mit Gefährdung70 EUR1

Bußgeldrechner Wenden & Abbiegen

Abbiegen und Wenden im Straßenverkehr

Abbiegen im Straßenverkehr

Wenden und Abbiegen

Wenden und Abbiegen

Um keinen Bußgeldbescheid im Briefkasten vorzufinden, sollte man sich an einige Regelungen in Bezug auf das Abbiegen halten. Wie man sich dabei korrekt verhält, soll im Folgenden geklärt werden.

Mit dem Abbiegen ist eine Änderung der Fahrtrichtung definiert, welche an Knotenpunkten stattfindet. Mit Knotenpunkten sind Kreuzungen oder Einmündungen gemeint. Dabei muss man nicht nur auf das korrekte Abbiegen achten, sondern anderen Verkehrsteilnehmern gegebenenfalls Vorfahrt gewähren. Zunächst einmal muss das Fahrzeug, je nach gewünschter Richtung, auf die passende Seite der Straße gelenkt werden.

Als abbiegender Fahrer ist man dazu angehalten, Verkehrsteilnehmer aller Art, die einem beim Abbiegevorgang entgegenkommen, zuerst passieren zu lassen. Aber natürlich gilt das auch für Verkehrsteilnehmer, die auf einem Seitenstreifen in der gleichen Richtung unterwegs sind. Zu achten ist dabei besonders auf Radfahrer und Fußgänger, da diese schnell übersehen werden und den größten Schaden bei einem eventuellen Unfall davontragen.

Achtet man beim Abbiegen nicht auf Fußgänger und gefährdet sie, droht ein Bußgeld von 70 Euro und ein Punkt in Flensburg. Kommt es sogar zu einem Unfall, erhöht sich das Bußgeld um 15 Euro.

Beim Linksabbiegen ist Rechtsabbiegern aus der entgegengesetzten Richtung Vorfahrt zu gewähren. Kommt ein anderer Linksabbieger aus der entgegengesetzten Richtung,  muss das Abbiegen normalerweise voreinander geschehen. Wird nicht voreinander abgebogen und wird womöglich noch jemand gefährdet, warten ein Bußgeld von 70 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister auf den Falschfahrer.

Ausnahmen bestehen beispielsweise, wenn man durch die Begebenheiten gezwungen ist, zuerst aneinander vorbeizufahren und dann abzubiegen. Begebenheiten, die einen dazu zwingen, können die spezielle Gestaltung des Knotenpunktes sein oder einfach die Verkehrslage.

Grundsätzlich muss man den Straßenverkehr immer im Blick behalten und auf die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer bedacht sein.

Korrektes Abbiegen mit dem Fahrrad

  • Durch einen Schulterblick vergewissert man sich zuerst, ob sich ein Fahrzeug nähert, welches beim Abbiegen zur Gefahr werden könnte.
  • Mit einem Handzeichen werden Fahrzeuge darüber informiert, in welche Richtung man abbiegt.
  • Beim Rechtsabbiegen bleibt man logischerweise auf der rechten Fahrbahn und biegt schlicht und einfach ab. Beim Linksabbiegen hingegen fährt man mittig auf die Fahrbahn und fährt so weit zur Kreuzung vor, dass man den Straßenverkehr komplett überblicken kann.
  • Vor dem Linksabbiegen lässt man den Verkehr aus der kreuzenden Straße vorbeifahren und biegt dann mit einem großen Bogen ab. Die Weiterfahrt passiert dann auch auf der rechten Seite der Fahrbahn.

Unfälle beim Abbiegen vermeiden

Unfall beim Abbiegen

Unfall beim Abbiegen

Unterlaufen dem Fahrer Fehler beim Abbiegen, kann es leicht zu Unfällen kommen. Dabei entsteht beispielsweise ein Abbiege-Unfall, welcher an Kreuzungen, Einmündungen oder Zufahrten geschieht. Das Fahrzeug, das abbiegt, kann aus derselben oder aus der anderen Richtung kommen. Es kann aber auch zu einem Einbiege/Kreuzungs-Unfall kommen, wobei die Kollision zwischen einem Fahrzeug mit Vorfahrt und einem, das in der Wartepflicht war, geschieht.

Es passieren allerdings nicht nur Unfälle zwischen Pkws bei Abbiege-Fehlern. Viel verheerender ist die Wirkung der Kollision auf Fahrradfahrer und Fußgänger beim Ignorieren der korrekten Abbiegeregeln. Diese beiden Gruppen werden von Autofahrern, besonders beim Abbiegen, leicht übersehen.

Fahrradfahrer werden vor allem durch abbiegende Autos gefährdet, insbesondere, wenn sie nicht auf der Straße fahren. Das Risiko auf einem Radweg ist erhöht, weil der Autofahrer Verkehrsteilnehmer, die nicht auf der Fahrbahn fahren, nicht immer im Blick hat und sie so beim Abbiegen nicht einplant. Außerdem kann die Sicht auf den Radweg von der Fahrbahn aus durch Bäume oder parkende Fahrzeuge behindert werden.

Dem Problem kann man mit dem Fahren auf der Fahrbahn entgegenwirken oder indem man den Radweg bei Kreuzungen und Einmündungen möglichst nah an der Fahrbahn platziert.

Wenden im Straßenverkehr

Neben dem Abbiegen muss auch das Wenden beherrscht werden, denn auch hierbei drohen, besonders bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, hohe Bußgelder bis zu 100 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Entscheidet man sich für das Wenden auf der Fahrbahn, hält man sich am besten an drei einfache Handgriffe. Zuvor sollte man allerdings den Straßenverkehr überprüfen, um keine vorbeifahrenden Fahrzeuge zu behindern. Das Lenkrad wird also bis zum Anschlag nach links gedreht. So fährt man so weit wie möglich auf die gegenüberliegende Fahrbahn. Während man das Lenkrad wieder stark nach rechts dreht, fährt man im Rückwärtsgang so weit wie möglich zurück. Noch ein letztes Mal dreht man das Lenkrad weit nach links und fährt geradeaus. Bei den Drehungen des Lenkrades empfiehlt es sich bereits Gas zu geben, da diese dann weitaus leichter fallen. Weiterhin sollte man sich möglichst in eine Nebenstraße begeben, da einen dort meist nicht so starker Verkehr aus der Ruhe bringt, wie auf der Hauptstraße. Findet man dann noch eine günstige Stelle zum Wenden, wie zum Beispiel eine Einfahrt, steht dem korrekten Wenden nichts entgegen. Bei Grundstückszufahrten sollte man allerdings vorsichtig sein und nicht zu weit in diese hineinfahren.

Man hat allerdings nicht immer eine freie Fahrbahn und somit genügend Zeit eine solche Wendung durchzuführen. Oftmals ist es dann leichter, einfach um den Häuserblock zu fahren und so die Fahrtrichtung zu ändern.

{ 8 Kommentare… add one }
  • Marc 5. Oktober 2016, 16:21

    Guten Tag,
    Wenn ich zB in eine stresse Abbiegen möchte und ich sehe Fußgänger oder Radfahrer die die noch 15 Meter oder weiter entfernt sind darf ich da noch Abbiegen wenn ich es schaffe und ich niemanden gefährde oder droht mir sogar dafür eine Strafe ? Lg

    • bussgeld-info.de 6. Oktober 2016, 8:41

      Hallo Marc,
      laut StVO ist auf zu Fuß Gehende besonders Rücksicht zu nehmen, wenn nötig müssen Sie auch warten. Eine genaue Angabe in Metern schreibt das Gesetz aber nicht vor.

      Ihr Bussgeld-Info Team

      • Marc 6. Oktober 2016, 11:27

        Okay aber wenn es ja noch passt und ich mir sicher bin dass ich schon abgebogen bin bevor er den Bereich überquert hab ich ja eigentlich nichts zu befürchten ? Liebe Grüße

        • bussgeld-info.de 10. Oktober 2016, 11:33

          Hallo Marc,

          wenn Sie dabei niemanden aufgehalten, behindert oder gefährdet haben, haben Sie auch keine Ordnungswidrigkeit begangen. In diesem Fall erwartet Sie auch keine Strafe.

          Ihr Bussgeld-Info Team

  • Andreas 7. Oktober 2016, 12:43

    Liebe Leute, hier fehlt sowohl in der Tabelle als auch im Text der ganz wesentliche Fall von §9(3) StVO, dass (Rechts-)Abbieger Fahrzeuge, insbes. auch Radfahrer und Fußgänger auf Seitenstreifen, in *gleicher* Richtung durchfahren lassen müssen. Dies stellt die mit Abstand größte Unfallursache für Radfahrer dar. Bitte korrigieren. Danke.

    • bussgeld-info.de 10. Oktober 2016, 10:44

      Hallo Andreas,

      der Text wurde auf Ihre Anmerkung hin angepasst. Danke für den Hinweis.

      Ihr Bussgeld-Info Team

  • Johannes 28. November 2016, 12:59

    Mir ist vor kurzem eine verdammt unglückliche Situation passiert.
    Ich befand mich auf einer Vorfahrtsstraße und wollte auf einer Kreuzung, bei der zwei kleine Nebenstraßen einmünden, wenden. Ich habe sowohl den Verkehr auf meiner Fahrbahn als auch den Gegenverkehr beobachtet und da kein Auto kam, habe ich den Wendevorgang durchgeführt. Blöderweise kam in dem Moment ein Auto aus der gegenüberliegenden Nebenstraße und wollte in meine ursprüngliche Richtung und musste somit eine Fahrbahn überqueren. So kam, es dann dass der Fahrer mir in die Seite gefahren ist. Schaden an beiden Fahrzeugen und Personen war nicht zuerkennen, weswegen die Reperaturkosten minimal sein dürften.

    Auch wenn die Nebenstraßen „Vorfahrt gewähren“ hatten, so ist trotzdem der Fahrer, der Wenden will, Schuld (Verletzung der Aufsichtspflicht, Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer) => 100€ Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg. Die Strafe habe ich natürlich akzeptiert. Ärgerlich, aber laut Regeln und Gesetzen vertretbar.
    Trotzdem fühlt man sich in die Situation nicht komplett schuldig, weil man den Wendeprozess vorher vermeintlich gut abgesichert hat. Das in dem Moment ein Auto von der Nebenstraße einbiegt und den Wendeprozess nicht erkennt, ist höchst unglücklich. Kein Vorwurf !!!

    Trotzdem würde mich in dieser Situation mal interessieren, ob in so einer Situation die „Vorfahrt gewähren“-Pflicht in irgendeiner Weise zum Zuge kommen kann?

    • bussgeld-info.de 1. Dezember 2016, 9:26

      Hallo Johannes,
      aus der Ferne lässt sich die Situation nicht genau einschätzen. Wenden Sie sich dazu an einen Anwalt vor Ort.

      Ihr Bussgeld-Info Team

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