Bußgeldkatalog: Bahnübergang

Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog Bahnübergang 2017, der die Bußgelder bei ordnungswidrigem Verhalten an Bahnübergängen definiert.

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbot
Einem Schienenfahrzeug an einem Bahnübergang mit Andreaskreuz keinen Vorrang gewährt80 EUR1
mit Gefährdung100 EUR1
mit Sachbeschädigung120 EUR1
Die Geschwindigkeit beim Heranfahren an den Übergang nicht verringert100 EUR1
Überholen im Bereich zwischen Zeichen 151 oder 156 und dem Bahnübergang70 EUR
mit Gefährdung85 EUR
mit Sachbeschädigung105 EUR
Die Wartepflicht nicht eingehalten80 EUR1
mit Gefährdung100 EUR1
mit Sachbeschädigung120 EUR1
Die Wartepflicht trotz rotem Blinklicht oder gelbem bzw. rotem Lichtzeichen nicht eingehalten240 EUR21 Monat
mit Gefährdung290 EUR21 Monat
mit Sachbeschädigung350 EUR21 Monat
Trotz geschlossener Schranke den Bahnübergang kreuzen700 EUR23 Monate
Als Fußgänger oder Fahrradfahrer den Übergang trotz geschlossener Schranke bzw. Halbschranke überquert350 EUR

Bußgelder am Bahnübergang

Im Bußgeldkatalog zum Bahnübergang gibt es hohe Strafen

Im Bußgeldkatalog zum Bahnübergang gibt es hohe Strafen

An Bahnübergängen müssen Verkehrsteilnehmer jeder Art besondere Vorsicht wahren, da der Fahrer des Schienenfahrzeuges keine die Schienen kreuzenden Fahrzeuge erwartet und somit wahrscheinlich nicht rechtzeitig stoppen kann. Wer dem Zug keinen Vorrang gewährt, dem blühen nicht nur Strafen in Form von Bußgeld, Punkten in Flensburg und Fahrverbot, sondern das Risiko eines Unfalls mit möglicherweise gravierenden Folgen steigt auch. Daher sieht das Verkehrsrecht im Paragraphen §19 der Straßenverkehrsordnung (StVO) auch so hohe Strafen für Vergehen am Bahnübergang und Andreaskreuz vor.

Wie sieht ein Bahnübergang aus?

Bahnübergänge werden dadurch definiert, dass sie Straßen, Plätze sowie Wege überkreuzen mit denen sie sich auf einer Höhe befinden.

In Deutschland gibt es über 40.000 Bahnübergänge. Auf Abschnitten von Bahnstrecken, auf denen Züge mit einer Geschwindigkeit von über 160 km/h fahren dürfen, sind Übergänge laut § 11 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung auf Bahnstrecken nicht gestattet.

Unfall am Bahnübergang

Glücklicherweise verringert sich die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen in Deutschland. Ob beschrankter oder unbeschrankter Bahnübergang – auf eine Art und Weise ist er gesichert. Gänzlich ungesicherte Bahnübergänge gibt es nicht.
Im Volksmund als „ungesichert“ bekannte Bahnübergänge sind nicht tatsächlich ungesichert. „Ungesichert“ bedeutet nur, dass diese Übergänge „nicht technisch gesicherte“ sind, d.h. sie besitzen weder Schranken noch Lichtzeichen. Neben dem Andreaskreuz werden sie durch die gewährleistete Übersicht des Verkehrsteilnehmers über die Schienenstrecke, ein akustisches Signal in Verbindung mit Verringerung der Geschwindigkeit der Bahn oder die Hilfe von Bediensteten gesichert.

Bahnübergang: Schilder und Zeichen

Bahnübergänge werden durch unterschiedliche Zeichen reguliert.

  • Vollschranken sperren den Bahnübergang von der Straße ab

    Vollschranken sperren den Bahnübergang von der Straße ab

    Ein Lichtzeichen, auch Ampel oder Bedarfsampel genannt, zeigt vor Bahnübergängen ein gelbes oder rotes Licht an. Normalerweise scheint ein gelbes Licht und nach drei- bis fünfsekündiger Gelbzeit erscheint das rote Dauerlicht. Wenn das rote Licht erlischt, öffnen sich die Schranken, falls welche vorhanden sind.

  • Blinklichter leuchten rot, wenn sich ein Zug nähert. Sie sind auch unter den Bezeichnungen Blinklichtanlage, Haltlichtanlage, Blinklichtanlage mit Fernüberwachung, Blifü, Blilo oder Blinklichtanlage „Lokführer-überwacht“ bekannt. Normalerweise sind sie an beiden Straßenseiten angebracht, bei einer unübersichtlichen Straße gibt es noch ein zusätzliches Blinklicht oberhalb des Bahnübergangs.
  • Schranken sperren die Schienen von der Straße ab. In Deutschland müssen sie aus sicherheitstechnischen Gründen rot-weiß gestreift oder mit einer gestreiften Retroreflexionsschicht ummantelt sein. Ab und an gibt es zusätzliche Schranken für Fußgänger und Fahrradfahrer.
  • Vollschranken sperren die gesamte Straße am Bahnübergang ab oder bewirken einen Vollabschluss. Damit kein Auto innerhalb der Schranken eingesperrt wird, muss der Gefahrenraum in Deutschland überwacht werden. Dies geschieht entweder durch Personal oder Videoüberwachung.
  • Halbschranken sperren die Straße nicht über die komplette Breite ab. Der Gefahrenbereich bedarf daher keiner Überwachung, da zwischen den Halbschranken keiner eingesperrt werden kann.
  • Anrufschranken werden nur bei Bedarf vom Schrankenwärter geöffnet, ansonsten sind sie geschlossen. Es handelt sich hierbei für gewöhnlich um Vollschranken, die über eine Sprechanlage verfügen müssen.
  • Zu einem der oben genannten mechanischen Zeichen kommt manchmal noch ein akustisches Warnzeichen. Dabei handelt es sich entweder um Glocken- oder Weckerlaute wie beispielsweise den elektronischen Gong. Viele Rasselwecker wurden hingegen eingestellt, um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren.

 

Andreaskreuze

Das Andreaskreuz besteht aus zwei sich kreuzenden weißen Balken mit roten Enden. Es stellt ein Verkehrszeichen in unterschiedlichen Kontexten dar.

Als Zeichen 283 der StVO weist es auf ein Halteverbot auf der Fahrbahn hin. Das Andreaskreuz kann auch als Zeichen 102 auf Kreuzungen beziehungsweise Einmündungen mit der Vorfahrt von rechter Seite aufmerksam machen. Deutet das Andreaskreuz auf den Vorrang von Schienenfahrzeugen an Bahnübergängen hin, gilt es laut StVO als Zeichen 201.

Weitere Besonderheiten in der Gestaltung können sein:

  • Mittig platzierter Blitzpfeil: Es handelt sich um eine Eisenbahnstrecke mit einer elektrischen Oberleitung.
  • Zusätzliches Zeichen mit schwarzen Pfeil: Das Andreaskreuz zählt nur für die Richtung des Straßenverkehrs, in die der schwarze Pfeil zeigt.
  • Zusatzschild mit der Beschriftung “Hafengebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang” oder “Industriegebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang“: Hinweis auf ein Hafen- oder Industriegebiet

Welches Verhalten fordert ein Andreaskreuz am Bahnübergang?

Das Fahrzeug muss vor dem Andreaskreuz am Bahnübergang anhalten, wenn eines der folgenden Szenarien eintrifft:

  • der Fahrer erkennt, dass sich ein Zug dem Bahnübergang nähert
  • ein gelbes beziehungsweise rotes Lichtzeichen oder ein rotes Blinklicht erscheint
  • die Bahnschrecken sind geschlossen beziehungsweise dabei, sich zu schließen
  • das Personal am Bahnübergang fordert das Anhalten
  • der Fahrer vernimmt einen Laut, der die Bahn ankündigt
  • sofern das rote Blinklicht oder das rote Lichtzeichen die Form eines Pfeils besitzt, muss der Fahrer, in dessen Fahrtrichtung der Pfeil zeigt, warten
Das richtige Verhalten an einem Bahnübergang

Das richtige Verhalten an einem Bahnübergang

Die oben genannten nicht nur für Kfz-Führer, sondern auch für Fußgänger. Sie sind dazu angehalten, mit einiger Entfernung zum Bahnübergang stehen zu bleiben.
Zusätzlich zu den oben genannten Szenarien müssen Verkehrsteilnehmer den Straßenverkehr im Blick behalten. Wenn dieser es nicht ermöglicht, die Bahnstrecke rasch zu überkreuzen, muss vor dem Andreaskreuz gehalten werden.
Falls der Fahrer auf einem Fuß-, Feld-, Wald- oder Radweg ohne Andreaskreuz an den Bahnübergang fährt, muss er ebenso warten.
Hat der Zug an diesem Bahnübergang keinen Vorrang, muss Sicherheitsabstand eingehalten werden, wenn ein Bediensteter eine rot-weiße Fahne schwenkt oder eine rote Leuchte aufzeigt.
Bei gelben oder roten Lichtzeichen an Bahnübergängen ohne Vorrang für das Schienenfahrzeug gilt Paragraph 37 Absatz 2 Nummer 1 der StVO, der folgendes besagt:

Gelb ordnet an: Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten.
Rot ordnet an: Halt vor der Kreuzung.

Grundsätzlich dürfen sich Verkehrsteilnehmer einem Bahnübergang nur mit verringerter Geschwindigkeit nähern und im Bereich zwischen Zeichen 151 (Bahnübergang) und 156 (Bahnübergang mit dreistreifiger Bake) bis hinter dem Übergang keine anderen Fahrzeuge überholen.

Bußgeldkatalog: Parken vor dem Andreaskreuz

Das Parken in der Nähe eines Andreaskreuzes sollte mit Sorgfalt geschehen. Fahrer müssen Sicherheitsabstände einhalten, damit ein Unfallrisiko vermieden wird.

Bei einem zu geringen Abstand zum Bahnübergang könnte das Fahrzeug wichtige Schilder verdecken. Ein anderer Verkehrsteilnehmer wird dann möglicherweise gar nicht oder zu spät auf den Übergang aufmerksam.

Folgende Abstände sollte sich jeder Autofahrer merken:

  • Innerorts vor einem Andreaskreuz parken: Mindestens 5 Meter Abstand halten
  • Außerorts vor einem Andreaskreuz parken: Mindestens 10 Meter Abstand halten

Bei Nicht-Einhalten dieser Sicherheitsabstände kommt die Bußgeldtabelle zum Thema Halten und Parken zum Einsatz. Hier drohen Bußgelder von 10 bis 30 Euro.

Bei einer Behinderung steigt das normalerweise 10 Euro hohe Bußgeld um 5 Euro an. Dauert das Halten in diesem Parkverbot mehr als drei Stunden, führt dies zu 20 Euro und bei einer dazu zusätzlichen Behinderung zu 30 Euro Bußgeld.

Bußgeldkatalog Fahrrad: Unzulässiges Überqueren eines Bahnübergangs

Wer als Fahrradfahrer einen Bahnübergang überquert, obwohl dies durch Schranken, Andreaskreuz mit rotem Blinklicht oder sonstigen Zeichen untersagt ist, riskiert sein Leben.

Wird ein beschrankter Bahnübergang verbotenerweise überkreuzt, wird bald ein Bußgeldbescheid mit einer Geldstrafe von 350 Euro im Briefkasten landen.

{ 5 Kommentare… add one }
  • Sabine 23. Juli 2016, 2:46

    Richtig so!! Ich habe selber mal beobachtet, wie Radfahrer bei geschlossener Schranke den Bahnübergang überquerten – der Zug war übrigens schon da…

  • Katja 26. August 2016, 18:54

    Das blinkende Andreaskreuz wird genauso wenig beachtet wie derzeit eine rote Ampel. Gerade erlebt: es blinkt und klingelt und es fahren noch drei PKW rüber. Erst als die Schranken sich senkten hielt der erste an.

  • Bernd 20. Dezember 2016, 6:10

    Na ja Schade das ist kein Gesetz dass das Motor vor Bahnübergang nicht ausschalten müssen Es gibt Viele Fahrer was das Motor Nicht ausschalten sondern nehmen Sein Smartphone und spielen es gibt in mein Umgebung kein Schild vor
    Bahnübergang dass das Motor bitte ausschalten und sie stehen manchmal 5 6 7 Minuten am laufenden Motor

  • Ortwein 14. Januar 2017, 20:31

    Ich stehe an einem beschrankten Bahnübergang als Fußgänger. Der Zug ist vorbeigefahren und die Schranke öffnet sich.
    Frage:
    wann darf ich den Bahnübergang überqueren. (sofort oder erst wenn die Schranke oben ist)

    • bussgeld-info 16. Januar 2017, 10:15

      Hallo Ortwein,

      sobald die roten oder gelben Lichtzeichen nicht mehr blinken und die Schranken sich vollständig geöffnet haben, dürfen Sie den Bahnübergang überqueren.

      Ihr Bußgeld-Info Team

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