Bußgeldkatalog: Fahrrad – Wenn Sie mit dem Rad unterwegs sind

Frische Luft, Bewegung und unabhängig sein von der Parkplatzsuche oder von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das verbinden wohl die meisten mit dem Thema Fahrradfahren. Vor allem in der Stadt ist es auch sehr praktisch und wird vielerorts immer beliebter, um zur Arbeit zu kommen oder ein paar Einkäufe zu erledigen.

Einzelne Bußgeldkataloge und Bußgeldrechner zum Thema „Fahrrad“

Hier finden Sie den aktuellen Bußgeldkatalog Fahrrad 2017, der die spezifischen Bußgelder einzelner Verstöße mit dem Rad im Straßenverkehr definiert.

TatbestandBußgeld in Euro... mit Behinderung
in Euro
... mit Gefährdung
in Euro
... mit Unfallfolge
in Euro
Abbiegen ohne das Vorhaben rechtzeitig und deutlich anzukündigen10 10 30 35
trotz schlechter Sichtverhältnisse ohne Beleuchtung unterwegs20 20 25 35
Beleuchtungseinrichtungen nicht vorhanden oder nicht betriebsbereit 20 20 25 35
Kind über 7 Jahre auf einsitzigem Fahrrad befördert 5 ---
Kind ohne Sicherheitsvorrichtung befördert 5 ---
Gehör durch Geräte bei der Fahrt beeinträchtigt10 ---
freihändiges Fahren5 ---
Missachtung der roten Ampel60 60 100 120
... die beim Überfahren länger als eine Sekunde leuchtete100 100 160 180
entgegen der vorgeschriebenen Richtung gefahren20 25 3035
Fahren im Fußgängerbereich15 20 25 30
Fahrrad ohne Klingel15 - --
Fahrrad ohne funktionierende Bremsen10 ---
Nicht-Benutzung des vorhandenen Radwegs20 25 30 35

Bußgeldrechner: Fahrrad

Was umfasst der Bußgeldkatalog für das Fahrrad?

Radfahrer sollten sich wie alle anderen Verkehrsteilnehmer an die Straßenverkehrsordnung (StVO) halten; zum Schutz ihrer selbst und für die Sicherheit anderer. Für Pkw- und Lkw-Fahrer gilt auch, dass bei einem Verstoß ein Bußgeld drohen kann. Somit gibt es auch einen Bußgeldkatalog für das Fahrrad. Die aktuelle Version gilt seit dem 01. Mai 2014 und enthält zahlreiche Verstöße mit den dazugehörigen Geldstrafen.
Folgende Themenschwerpunkte greift der Bußgeldkatalog für Radfahrer auf:

Die Straßenverkehrsordnung gilt fürs Fahrrad gleichermaßen wie für Pkw und Lkw sowie Fußgänger.

Die Straßenverkehrsordnung gilt fürs Fahrrad gleichermaßen wie für Pkw und Lkw sowie Fußgänger.

  • Abbiegen mit dem Fahrrad
  • Straßenbenutzung für Radfahrer
  • Beleuchtung am Fahrrad
  • Personenbeförderung mit dem Rad
  • Verstöße an einer roten Ampel
  • Handy-Benutzung auf dem Fahrrad
  • sonstige Pflichten (wie das Anbringen einer Klingel)
  • Anweisungen durch die Polizei
  • Vorschriftzeichen für Radfahrer

Zwar listet der aktuelle Bußgeldkatalog für das Fahrrad eine Reihe von Verstößen mit dem dazugehörigen Verwarn- oder Bußgeld auf, aber nicht alles ist dort verzeichnet. Für weitere Ordnungswidrigkeiten gilt der Grundsatz, dass das Bußgeld beim Fahrrad in der Regel nur halb so hoch ist für die gleichen Verstöße mit dem Kraftfahrzeug. Diese Maßnahme gilt grundsätzlich ab einem Betrag von 55 Euro. Sollte die Ermäßigung dann unter 60 Euro liegen können sich die Beamten auch dazu entscheiden, ein Verwarnungsgeld einzufordern. Dies liegt im Speziellen laut Bußgeldkatalog für das Fahrrad bei 15 Euro.

In Deutschland besteht keine allgemeine Helmpflicht für Radfahrer. Somit kann das Nicht-Tragen auch nicht geahndet werden.

Exkurs: Verkehrszeichen für das Fahrrad

Neben der StVO gibt es auch unmittelbare Zeichen, die speziell für Fahrradfahrer gelten und auf ein bestimmtes Verhalten in Form eines Ge- oder Verbots hinweisen. Vor allem die Vorschriftzeichen 237, 240 und 241 zeigen dem Fahrradfahrer, welchen ausgewiesene Weg Sie nutzen sollten.

Aber auch auf Zusatzzeichen wie „Radfahrer frei“ sollte besonders geachtet werden, die unter anderem unter das Einbahnstraßen-Schild angebracht werden können. In diesem Falle können Sie die Straße in entgegengesetzter Richtung befahren.

Wie werden die Verstöße im Bußgeldkatalog für das Fahrrad geahndet?

Bußgelder für das Fahrrad belaufen sich in der Regel auf Beträge zwischen fünf und 35 Euro. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn weder eine Behinderung noch Gefährdung vorliegen. Wie bei den Pkw-Fahrern erhöht sich unter solchen Umständen das Bußgeld. Besondere teuer wird es bei Verstößen mit Unfallfolge oder Sachbeschädigung. Hierbei ist richtigerweise von einem Verwarngeld zu sprechen, da ein Bußgeldverfahren erst ab einem Betrag von 60 Euro eingeleitet wird.

Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad müssen mit Bußgeld  bei diversen Verstößen rechnen

Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad müssen mit Bußgeld bei diversen Verstößen rechnen

Dann kann es auch passieren, dass Sie gemäß Bußgeldkatalog „Fahrrad“ Punkte in Flensburg bekommen. Eine Eintragung in das Fahreignungsregister und ein Punkt drohen ab einem Bußgeld von 60 Euro. Dies kann unter anderem geschehen, wenn Sie mit dem Fahrrad eine rote Ampel überfahren oder den Fußgängerüberweg behindern.

Mit weitaus mehr Punkten ist zu rechnen, wenn Sie betrunken Fahrrad fahren. Wie beim Pkw muss sich der Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad an die Vorschriften bezüglich Alkohol und Drogen halten. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass derartige Verstöße nicht Teil vom Fahrrad-Bußgeldkatalog sind, sondern als Straftat gewertet werden.

Dabei gilt die für Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad eine derartige Strafe ab einer Promillegrenze von 1,6. Dann sollten Sie mit einem hohen Bußgeld und drei Punkten in Flensburg rechnen. Zudem wird eine MPU angeordnet.

Bedenken Sie, dass auch für Sie als Fahrradfahrer beim schriftlichen Bußgeldbescheid Gebühren und Zustelleungskosten anfallen (in Höhe von 23,50 Euro). Ebenso wie andere Verkehrsteilnehmer haben Sie nach Erhalt zwei Wochen Zeit, um auf den Bescheid zu reagieren; diesen zu bezahlen oder Einspruch einzulegen.

{ 1 Kommentar… add one }
  • Gorn 31. Januar 2017, 22:45

    Vorsicht mit „Nicht-Benutzung des vorhandenen Radwegs“. §2 StVO insb. Abs. 4 und §16 StVZO insb. Abs. 1 regeln eindeutig die gleichberechtigte Nutzung der Fahrbahn durch Radfahrende. Die Nutzung des Radwegs ist nur dann verpflichtend, wenn der Weg entsprechend beschildert ist (weißes Fahrrad auf blauem Schild oder Fahrbahn): „Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist.“

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